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Willkommen bei der Stiftung

Weltethos

für interkulturelle und interreligiöse
​Forschung, Bildung und Begegnung

„Eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und ​Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos.“  - Hans Küng, 1993

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1000 € für dein Projekt Weltethos

18.12.2020

Neuigkeiten von der Stiftung Weltethos

11.12.2020
Alle Informationen rund um die Stiftung finden Sie in unserem neuen Newsletter

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wir können es nicht leugnen: Das Jahr 2020 war ein herausforderndes Jahr. Nicht nur für uns als Stiftung, sondern für alle Menschen auf der Welt – sowohl auf persönlicher, als auch gesamtgesellschaftlicher Ebene. 

Darum sind wir umso dankbarer, im Projekt Weltethos viel Neues erreicht zu haben, und auch positiv auf das Jahr 2020 zurückblicken zu können. Wir sind nicht nur umgezogen, haben neue Kommunikationskanäle gegründet und unser 25-jähiges Jubiläum gefeiert. Darüber hinaus haben wir mit unserer Kampagne gemeinsam mit vielen Unterstützer*innen ein #ZeichengegenSpaltung und für Gemeinschaft gesetzt.  

Nicht zuletzt sind auch wir durch die Etablierung unserer Dachmarke Projekt Weltethos intern näher zusammengerückt und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Projekte mit dem Weltethos-Institut! 

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an unserer Arbeit und hoffen, dass Sie auch im nächsten Jahr weiterhin mit uns gemeinsam ein #ZeichengegenSpaltung setzen. 

Wir wünschen Ihnen ein wunderschönes neues und gesundes Jahr 2021!

Ihre Stiftung Weltethos

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LupoLeo-Award: worldlab in den Top-20

04.12.2020

Es gibt gute Nachrichten aus dem worldlab: Das Labor für eine gelebte Demokratie hat es unter die ausgewählten 20 Projekte des LupoLeo-Award geschafft! 

Über 400 Projekte haben sich für die Auszeichnung beworben, die für herausragendes soziales Engagement im Kinder- und Jugendbereich in Deutschland vergeben wird.

Die Vergabe des 1. LupoLeo-Awards stand unter dem Motto "Zusammen stark sein". Gesucht wurden gemeinnützige Projekte im Kinder- und Jugendbereich, die sich für Solidarität und Zusammenhalt in der Gesellschaft einsetzen. Die Ausschreibung richtete sich zum Beispiel an Initiativen, die junge Menschen dabei unterstützen, sich politisch und sozial für andere Menschen einzusetzen oder sich gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung zu engagieren. 

Zu diesen Anforderungen passte das worldlab perfekt: Mit innovativen Methoden gibt das Workshopformat praktische Impulse für die Umsetzung der Handlungsfelder Demokratie, Werte, Diversität, Interkulturelle Kompetenz und Antidiskriminierung. Auf diese Weise wird mit dem worldlab vor allem in Schulen ein Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt geleistet. Wir freuen uns, dass wir die Qualitätsprüfung der Analyst*innen der Phineo gAG, als neutraler Kompetenzpartner des Awards, bestanden haben. Das bestärkt uns in unserer Arbeit und spornt uns an, das worldlab weiter zu professionalisieren und noch mehr Menschen daran teilhaben zu lassen.

Das Kindernetzwerk United Kids Foundations initiierte 2020 anlässlich seines 15. Geburtstags erstmals den LupoLeo-Award. Als weiteren Partner holten die Initiatoren die gemeinnützige Phineo gAG aus Berlin ins Boot. Phineo hat als unabhängiges Analysehaus für gemeinnütziges Engagement jahrelange Erfahrung in Ausschreibungs- und Analyseprozessen und unterstützt die United Kids Foundations bei der Suche nach geeigneten Award-Projekten und Kandidat*innen.

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Corona, Recht und Ethik – Teil 2

13.11.2020
Recht ohne Ethik bzw. Ethik über dem Recht?

Die bisher dargestellte Parallelität zwischen Recht und Ethik gibt es aber nicht immer. Das Beispiel aus der Corona-Krise dafür ist das Hamstern

Rechtlich ist die Beurteilung eher einfach. Es gilt die Vertragsfreiheit: Wenn und soweit ein Verkäufer ohne Einschränkungen hundert Packungen Toilettenpapier zum Verkauf stellt, darf ich dieses Angebot rechtlich annehmen, habe damit einen Kaufvertrag und ein Recht auf Aushändigung der gekauften Ware. Bei moralischer Betrachtung zeige ich mich mit diesem rechtlich zulässigen Vorgehen indessen als rücksichtsloser Egoist beziehungsweise als rücksichtslose Egoistin.  Ich verstoße gegen das grundlegendste (welt)ethische Prinzip, die Goldene Regel. 

An dem Beispiel zeigen sich auch einige Eigenheiten der moralischen Regeln:

(1) Wir sind nicht selten versucht, sie zu brechen, vor allem, wenn Angst im Spiel ist; die meisten Menschen beachten sie am Ende aber doch. 

(2) Immer bieten sie einen Maßstab zur Beurteilung von Verhalten und geben damit Orientierung, wenn auch ohne äußeren Zwang. 

Weil uns allen oder den allermeisten Menschen das Prinzip der Gegenseitigkeit bewusst und in unserem Gewissen moralisch abgebildet ist, konnte Hamstern moralisch geächtet werden. Nicht Jede/r hat grenzenlos gehamstert und wenn, dann eher verschämt. Und umgekehrt: Solidarität und Rücksichtnahme wurden wieder als moralische Kategorien diskutiert und vielfach auch gelebt.

 

Zwischenstaatlichkeit und Vertrauen

Hamstern kann als Vorsorge für das Eigene oder aber als Ausdruck eines überzogenen, unvernünftigen Egoismus gesehen werden. Das gab und gibt es leider nicht nur im zwischenmenschlichen, sondern auch im zwischenstaatlichen Bereich. So hat Deutschland etwa zeitweise den Export medizinischer Schutzausrüstung blockiert, die polnische Regierung soll den Export von Desinfektionsmitteln trotz langjähriger Lieferverträge gestoppt haben und die USA haben wohl Medizinprodukte zu sich umgelenkt. 

Der Wettlauf des Egoismus zwischen den Staaten war schlimm, aber auch er war nicht grenzenlos. Und die meisten Unternehmen haben schnell begriffen, dass es zwar rechtlich zulässig wäre, global benötigte Ware nur an den Meistbietenden oder Mächtigsten zu liefern; sie haben aber eingesehen, dass sie sich mit moralisch anstößigem Verhalten gerade in der Krise in einer Weise schaden würden, die ein kurzfristiger finanzieller Vorteil nicht auszugleichen vermag. Langjährige Kundenbeziehungen wurden als Wert erkannt und haben meist gehalten.

Pacta sunt servanda. Dieses römisch-rechtliche Prinzip ist ein juristischer Ausdruck des zentralen Werts der Gegenseitigkeitsregel. Und damit verbindet sich ein Wort, ohne das nicht nur die Wirtschaft, sondern Zusammenleben überhaupt nicht gut funktionieren kann: Vertrauen.

Wir vertrauen täglich, ja unentwegt. Wir vertrauen auf Institutionen, auf Verfahren und auf Menschen. Ohne Vertrauen auf die Einhaltung der Verkehrsregeln wäre Autofahren der helle Wahnsinn. Kontrolle ist gut, aber Vertrauen ist besser, weit besser. Nur ein krankes, menschenfeindliches System kann das umgekehrt bewerten – und es wird scheitern.

Yuval Noah Harari, der große Denker und Autor von Weltbestsellern wie Eine kurze Geschichte der Menschheit oder Homo Deus, hat schon 15. März 2020 im Time Magazin einen Aufsatz zur Corona-Krise veröffentlicht, in dem er auf das Problem des Vertrauensverlustes eingeht: 

“Today humanity faces an acute crisis not only due to the coronavirus, but also due to the lack of trust between humans. To defeat an epidemic, people need to trust scientific experts, citizens need to trust public authorities, and countries need to trust each other.”

An einer weiteren Stelle spricht er das Problem der internationalen Führung an. Er geht davon aus, dass wir ohne Vertrauen und internationale Solidarität nicht in der Lage sein werden, die Coronavirus-Epidemie zu stoppen und in Zukunft wahrscheinlich noch mehr solcher Epidemien erleben werden. In der Krise sieht Harari aber auch eine Chance:

“Without trust and global solidarity we will not be able to stop the coronavirus epidemic, and we are likely to see more such epidemics in future. But every crisis is also an opportunity. Hopefully the current epidemic will help humankind realize the acute danger posed by global disunity… To take one prominent example, the epidemic could be a golden opportunity for the E.U. to regain the popular support it has lost in recent years. “

Wir Bürger*innen haben die Pflicht, mit der Krise ethisch verantwortungsbewusst umzugehen. Wir sollten aus ihr lernen, welche Vorräte man für künftige Krisen anlegt – und damit meine ich keine Vorräte an Hygieneartikeln und Nudeln. Am Wichtigsten bleibt die Ressource Vertrauen; sie gedeiht nur auf werthaltigem Boden.
Corona-ethik-stilz

    Die Welt ist in Unruhe – es ist genau jetzt an der Zeit, ein Zeichen zu setzen gegen Spaltung und für ein Miteinander in Vielfalt.

    Täglich erleben wir, wie Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Spaltung greift weltweit um sich. Aber die drängenden Herausforderungen wie etwa Klimaschutz, Corona-Pandemie oder Diskriminierung lassen sich nur gemeinsam lösen.

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