Interreligiöser Dialog

Lokale Räte der Religionen schaffen Raum für Diskurs

Das Bild Frauen verschiedener Religionen, die Kaffee trinken und sich unterhalten.

Wo können Menschen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften miteinander in den interreligiösen Dialog treten und interkulturelle Kommunikation fördern? Am besten natürlich dort, wo sie schon aktiv sind: in ihren Kommunen und Städten. Um diesen Austausch zu fördern, initiierte die Weltethos Stiftung gemeinsam mit dem Land das bundesweit einmalige Projekt „Lokale Räte der Religionen auf den Weg bringen“.

Seit 2017 unterstützt und erleichtern die Lokalen Räte der Religionen eine umfassende Integration, gesellschaftliche Teilhabe und gelingendes Zusammenleben vor Ort, über religiöse Grenzen hinweg.

Weltreligionen an einem Tisch –
die lokalen Partner

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration gab bei der konstituierenden Sitzung des „Runden Tisches der Religionen“ in Baden-Württemberg im Jahr 2017 das Ziel bekannt, bis 2019 in mindestens zehn Kommunen im Land lokale Räte der Religionen einrichten zu wollen, damit interreligiöser Dialog Raum findet. Als Partnerin des Ministeriums hat die Stiftung Weltethos den Auftrag, dieses Projekt konzeptionell und inhaltlich zu begleiten.

Baden-württembergische Kommunen sollen dabei Unterstützung erhalten, um eigene Räte der Religionen auf lokaler Ebene aufzubauen und zu etablieren. Dafür werden interessierte Kommunen kostenlos beraten, wie der Austausch mit den Religions- und Glaubensgemeinschaften im lokalen Umfeld gepflegt und weiter ausgestaltet werden kann, um einen freiwilligen, differenzierten und passgenauen Prozess bestmöglich gelingen zu lassen.

Die Stiftung Weltethos veranstaltet darüber hinaus regelmäßige Vernetzungstreffen für beteiligte und interessierte Kommunen. Ebenso findet ein Austausch mit bereits existierenden ehrenamtlichen, interreligiösen Initiativen statt, um diese auf ihrem Weg zur Etablierung und Professionalisierung zu unterstützen. Insbesondere religiöse Jugendorganisationen sollen künftig verstärkt angesprochen und in den interreligiösen Dialog einbezogen werden.

Das Bild zeigt eine Gruppe von insgesamt 33 Männern und Frauen verschiedener Religionen, die in die Kamera blicken und Business Kleidung tragen
Auf diesem Bild sind Menschen an Stehtischen zu sehen, die Namensschilder vom Rat der Religionen tragen und sich unterhalten

Stärkung des friedlichen Zusammenlebens von Religionsgemeinschaften

Knapp vier Jahre nach seinem Start ist das Projekt nahezu ein Selbstläufer. Es hat mit dazu beigetragen, dass religiöse Akteur*innen verstärkt in ihrer zentralen Rolle für ein friedliches Zusammenleben in der Stadtgesellschaft wahrgenommen werden. Dies funktioniert in großen ebenso wie in kleinen Kommunen, in ländlich ebenso wie in städtisch geprägten Gebieten.

Die Reaktionen auf das Projekt haben seine Besonderheit und Einzigartigkeit bestätigt: Nicht nur zwischen den Religionsgemeinschaften untereinander, sondern auch zwischen diesen und den Stadtverwaltungen wird der Dialog gefördert.

Inzwischen ist Baden-Württemberg eines der Bundesländer, in dem die Strukturen der Räte der Religionen am besten ausgebildet und gefestigt sind. Die Rückmeldungen der Projektbeteiligten haben gezeigt, wie hilfreich die Beratung von Seiten des Landes und der Stiftung Weltethos hierzu beigetragen hat. Sie haben außerdem verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich untereinander zu vernetzen. So wurden im Rahmen des Projekts nicht nur 13 lokale interreligiöse Räte, sondern auch Vertrauen in den interreligiösen Dialog und Begegnungen zwischen den beteiligten Parteien aufgebaut. 

 

 

 

Aktivitäten für interreligiösen Austausch

Einblicke in unsere Tätigkeiten

VERNETZUNGSTREFFEN

Über 80 Personen aus 24 Städten versammelten sich 2019 für das erste Vernetzungs treffen in Stuttgart. Vorträge und Best-Practice-Beispiele zeigten, wie lokale Räte der Religionen zu mehr Teilhabe und Solidarität beitragen. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden spezifische Fragestellungen rund um die Etablierung von Räten der Religionen.  Beim Vernetzungstreffen 2021 in Tübingen tauschten sich die Teilnehmenden über ihre jeweiligen Aktivitäten, aber auch über konkrete Fragestellungen und Herausforderungen, aus. Zudem erhielten alle die Abschluss
broschüre, die den Verlauf des Projekts dokumentiert und illustriert.

BUNDESKONGRESS RÄTE
DER RELIGIONEN

Der Bundeskongress der Räte der Religionen ist ein Zusammenschluss von kommunalen, interreligiösen Gremien und Initiativen. Seit 2018 trifft sich der Bundeskongress jährlich, um sich über Herausforderungen und Chancen der interreligiösen Arbeit vor Ort auszutauschen, Ideen zu entwickeln und das Engagement der einzelnen Teilnehmenden in Zusammenarbeit zu stärken. Die Stiftung Weltethos ist beratendes Mitglied des Bundeskongress Räte der Religionen.

RUNDER TISCH DER RELIGIONEN
BADEN-WÜRTTEMBERG

Beim Runden Tisch der Religionen Baden-Württemberg treffen sich Vertreter*innen der landesweit organisierten Glaubensgemeinschaften und säkularen Verbände. Die Stiftung Weltethos ist mit zwei ständigen Sitzen vertreten. Ziel des Runden Tisches ist es, den Austausch der Landesregierung mit den Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften im Land zu stärken, um die Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. So tauschten sich bei den bisherigen Plenumssitzungen rund 50 Akteur*innen bspw. über das Verhältnis der Religionen und Glaubensgemeinschaften zum säkularen Staat, Kooperationsansätze im Bereich der Wohlfahrtspflege oder das Engagement der Religions-, Glaubens- und Weltanschauungs
gemeinschaften in den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz aus.

Ansprechpartnerinnen für die Räte der Religionen

HABEN SIE NOCH FRAGEN?

Dr. Theresa Beilschmidt
Für Kommunen
Tel.: +49 (0)7071 400 53 - 13
E-Mail: beilschmidt@weltethos.org
Lena Zoller
Allgemeine Fragen und Jugend
Tel.: +49 (0)7071 400 53 - 11
E-Mail: zoller@weltethos.org

Interreligiöses Kooperationsprojekt

Weltethos & das Ministerium für Soziales,
Gesundheit und Integration

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