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Willkommen bei der Stiftung

WELTETHOS

für interkulturelle und interreligiöse ​Forschung, Bildung und Begegnung


„Eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und ​Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos.“  - Hans Küng, 1993

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Veranstaltungshinweise

15.09.2022
Vernissage zur Ausstellung “Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos” | Lesung: "Dankbarkeit. Die schlimmste Zeit meines Lebens" | Ein Abend mit Begegnung und Musik

 
 
 
 
25. September um 11 Uhr 
Weltethos-Institut | Hintere Grabenstraße 26, Tübingen 

Vernissage

Mit Impulsvortrag von Dr. Stephan Schlensog

Unser Generalsekretär Dr. Stephan Schlensog spricht über das Anliegen der Weltethos-Idee und zeigt deren Relevanz und Bedeutung heute auf. 

Die Ausstellung “Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos” ist vom 25. September bis 11. Oktober von 09-12 Uhr und 13-16 Uhr im Weltethos-Institut für Besucher*innen geöffnet.

 

 

25. September ab 19 Uhr 
Weltethos-Institut | Hintere Grabenstraße 26, Tübingen 

Begegnung mal anders 

Meet & Music

Sind alle Menschen gleich? Was ist Heimat? Was ist für dich Glück? Finde es heraus im Austausch mit anderen in unserem Begegnungskarussell. Mit Weltmusik von Klangfolk und Getränken von Desierto Florido e.V.

 

            

02. Oktober um 19 Uhr
Weltethos-Institut | Hintere Grabenstraße 26, Tübingen 

Jihan entkam dem IS

Lesung: “Dankbarkeit. Die schlimmste Zeit meines Lebens” 

Jihan Alomar ist eine der Überlebenden des anhaltenden Genozids an den Jesiden – und erzählt in ihrem Buch von dem Martyrium, das sie als damals Zehnjährige erleidet, als der Islamische Staat in ihrer Heimat im Nordirak einfällt und der bis heute anhaltende Völkermord an den Jesiden beginnt. 

Sie wird Filmausschnitte zeigen, aus ihrem Buch lesen und Fragen beantworten.

Website-aktuelles Foto: Nino Strauch

Interview mit Eberhard Stilz

08.09.2022
Am 11. Oktober übergibt Eberhard Stilz sein Amt des Präsidenten an Prof. Bernd Engler, dem ehemaligen Rektor der Universität Tübingen. Im Interview blickt Eberhard Stilz zurück auf seine Jahre im Amt: Er spricht über die größten Herausforderungen, besondere Momente und darüber, wie sich die Welt und damit die Arbeit seit seinem Amtsantritt verändert hat. 

Wie hat sich die Stiftung Weltethos und Ihre Arbeit über die Jahre verändert? 

Die Stiftung war anfangs ganz auf Prof. Hans Küng und dessen Arbeit in Sachen Weltethos zugeschnitten. Neben einer sich allmählich entwickelnden Bildungsarbeit unterstützte die Stiftung zunächst vor allem Hans Küngs wissenschaftliche und publizistische Aktivitäten. Nun aber wollten wir beginnen, das Arbeitsspektrum der Stiftung deutlich auszuweiten und thematisch auszudifferenzieren. So entstanden nach und nach neue Arbeitsbereiche. Immer mehr eigenständige Projekte, auch mit externen Kooperationspartnern, konnten realisiert werden. Die dafür notwendigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten finanziert werden, weil es zum einen gelang, den ursprünglich mit Abstand größten Förderer der Stiftung, Prof. Karl Schlecht und seine KSG, noch für geraume Zeit als Eckpfeiler der finanziellen Lage zu gewinnen, und weil zunehmend weitere, neue Förderer gefunden wurden. 

 

Auf welche besonderen Momente können Sie zurückblicken, wenn Sie die Zeit Revue passieren lassen? 

Das Projekt der Weltethos-Schulen lag mir von Anfang an besonders am Herzen. Es hat mich berührt, mitzuerleben, wie positiv sich das Projekt an den Schulen auswirkt, für Schüler, Lehrer und Eltern. Aber genauso wichtig waren mir die anderen großen Projekte, welche die Stiftung – wie worldlab – entwickelt hat oder an denen sie mitwirken darf.

Besondere persönliche Momente gab es zudem, wenn etwa nach Vorträgen oder Diskussionen spürbar wurde, dass Menschen nicht nur oberflächlich erreicht werden konnten. Das Verständnis für die Idee eines Weltethos hat bei vielen Menschen etwas bewirkt, manchmal sogar bis hin zu der spontanen Bereitschaft, die Stiftung künftig zu fördern. Viele Begegnungen mit interessierten, großherzigen und hilfsbereiten Menschen bleiben mir ein unvergessliches Geschenk.

 

War es eine besondere Herausforderung, der erste Präsident der Stiftung Weltethos nach Prof. Hans Küng zu sein?

Ich erinnere mich gut an anfängliche Kommentare von Freunden und Bekannten, die mich bedauerten: Hans Küng würde mir, so deren Einschätzung, keinen Freiraum lassen, sondern sich ständig einmischen. Das hat mich indessen nie angefochten, hatte ich es doch von Anfang an anders erlebt. Prof. Küng war stets offen, hilfsbereit und, so habe ich es empfunden, auch dankbar. Und er hat mir nie Vorschriften oder Vorgaben gemacht. Jedes Treffen mit ihm war eine Freude und Bereicherung, nicht zuletzt die sehr persönlichen Begegnungen an seinem Sommerdomizil am Sempacher See. Mich hat es sehr betrübt, dass dies in der letzten Zeit zunehmend weniger möglich war.

 

War der Gedanke Weltethos im Jahre 2013 leichter in der Welt zu implementieren als heute im Jahr 2022? Wie hat sich die Welt und damit auch die Arbeit der Stiftung seit dem Amtsantritt im Jahr 2013 verändert?

Von Anfang an war eine wesentliche Gegenposition, die Welt sei doch nicht so, wie sich Küng dies wohl in seinem akademischen Elfenbeinturm ausgedacht habe. Das ging indes schon immer an der Sache vorbei. Niemand hat je angenommen, die Welt richte sich stets an ethischen Geboten aus. Wäre das so, dann wären die Menschen Engel, und wir bräuchten keine Ethik. 

Weil wir aber Menschen geblieben sind, verfügen wir zwar über ein Gewissen, brauchen aber gleichwohl Leitlinien und Maßstäbe, am besten solche, die weltweit akzeptabel sind. Dies umso mehr, wenn die Welt wieder einmal besonders gewaltbereit ist oder erscheint. Doch genau dann hilft es wenig, wenn diese Maßstäbe nur irgendwo geschrieben stehen. Man muss sie leben und bewusst machen – möglichst vielen Menschen und möglichst von Jung an. Auch das Gewissen muss man bilden, ausbilden.

Das ist keine Aufgabe für den Tag und keine, die je vollendet sein wird. Auch wenn eine Jede und ein Jeder immer nur ein kleines Scherflein dazu beitragen kann, gebietet es die Menschenwürde, diesen Beitrag zu leisten. Und die Stiftung Weltethos bleibt dauerhaft gefordert, ihren Beitrag dadurch zu erbringen, dass sie die von Küng gelegten geistigen Grundlagen bewusst macht, lebt und verbreitet.

 

Wie kann Weltethos auch im Jahre 2022 sein Potenzial entfalten?

Indem die Stiftung dafür arbeitet. Und das heißt: Menschen gewinnt, denen die Plausibilität und Notwendigkeit der Weltethos-Idee bewusst wird und die sich für die Konkretisierung eines Weltethos einsetzen, in Wort und Tat. Menschen, die als Botschafter Multiplikatoren sein wollen; die wissen, wie immens bedeutsam die ethische Botschaft ist - heute offensichtlich, aber morgen genauso.

 

Was können/möchten Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg gegeben?

Ich habe das Glück, einen Nachfolger zu haben, der zwar immer für Rat aufgeschlossen ist, ihn aber von mir nicht braucht. Prof. Engler kannte Hans Küng gut, er kennt das Projekt WE und die Stiftung; wir haben schon bisher vielfältig und immer harmonisch zusammengewirkt. Ich kann ihm nur ein herzliches Danke mit auf den Weg geben – und meine bleibende Verbundenheit.

Startseite Foto: Björn Hänssler/Robert Bosch Stiftung
am Sonntag, 18.09.22 | 11-19 Uhr im Hospitalhof Stuttgart

Frauen engagieren und gestalten selbstbewusst Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften mit. Woher kommt ihre Kraft zum Engagement? Aus welchen religiösen und kulturellen Wurzeln schöpfen sie? Welche Veränderungen wollen sie auf den Weg bringen? Was zeigt Wirkung? Wo stoßen sie an Grenzen? Wie nehmen sie andere mit? Darüber diskutieren in einem Podiumsgespräch Anna Nicole Heinrich, Präses der Ev. Kirche in Deutschland, Merve Kayikci alias »Primamuslima« (SWR) und Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg. 

In verschiedenen Workshops am Nachmittag werden thematische Aspekte in Gesprächsrunden vertieft und Info-Stände geben Einblicke in das Engagement verschiedener Frauenverbände. Der Studientag schließt mit einem festlichen Frauenmahl. Beim gemeinsamen Essen werden jüdische und muslimische Speisevorschriften beachtet.

Zum Flyer. 

Verbindliche Anmeldung bis zum 09.09.22 unter: www.hospitalhof.de

Kooperation von: Bahá‘í-Gemeinde Stuttgart, Fachbereich Frauen Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gesellschaft für Dialog BW e. V., Haus Abraham, Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg, Kath. Bildungswerk Stuttgart, Kath. Frauenbund, Stiftung Weltethos, Stufem – Stuttgarter Femina e. V., Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart.

 

Pexels-antonius-ferret-zuschnitt Foto: Pexels

Fiasko Afghanistan

01.08.2022
Ein Abend gegen das Vergessen

Während in der Ukraine ein grauenvoller Krieg tobt und sich die Menschen in Deutschland vor einer Gas- und Inflationskrise fürchten, rückt das Leid in Afghanistan auch medial immer stärker in den Hintergrund. Doch das Interesse an einer Aufarbeitung des Scheiterns ist groß, wie sich bei unserer Podiumsdiskussion am 15. Juli zeigte. Vor Ort und digital lauschten rund 100 Besucher*innen den Analysen der renommierten Kriegsreporter 
Wolfgang Bauer und Emran Feroz über das Scheitern der humanitären Hilfe in Afghanistan. 

Feroz war im Zuge des Vormarschs der Taliban einer der gefragtesten Experten in deutschen und internationalen Medien. Der Sohn afghanischer Eltern, der bis heute noch viele Freunde und Verwandte in Afghanistan hat, gab Einblicke in die meist verzweifelte Situation der dort noch lebenden Afghan*innen. Vor allem kritisierte Feroz den nach wie vor stark von Vorurteilen und Rassismus geprägten Blick auf ein Land, welches auch Wolfgang Bauer nur zu gut kennt. Beide lieferten scharfe Analysen des gescheiterten Engagements westlicher Staaten und prangerten die Ungeduld im Umgang mit der kulturellen und religiösen Komplexität an, die viele schlichtweg ignorierten. Dabei ging es auch um die Frage nach Werten und darum, welche Wertvorstellungen gelten sollten oder könnten. Afghanistan, so Bauer, sei uns viel zu nah gerückt, um es vergessen zu können.

Die Diskussion in voller Länge finden Sie hier: https://lnkd.in/eenXsn3g
15-07-2022-weltethos-017 Foto: Nino Strauch
Neu dabei: Friedrich-Abel-Gymnasium Vaihingen/Enz

Eingebettet in das alljährliche Sommerfest „F.A.G. TOTAL“ zum Abschluss des Schuljahres fand am 27. Juli 2022 die feierliche Auszeichnung des Friedrich-Abel-Gymnasiums in Vaihingen/Enz zur Weltethos-Schule statt. 

Begonnen hat alles 2019 mit der Abiturprüfung in Ethik am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Heilbronn, das selbst seit 4 Jahren Weltethos-Schule ist. Die Begegnungen dort gaben den Anstoß für eine eigene Bewerbung des Friedrich-Abel-Gymnasiums. F A G – Für Alle Gemeinsam – unter dieses Motto wurde die Bewerbung gestellt. Von der vielfältigen Umsetzung dieses Zieles konnten sich die Vertreterinnen der Stiftung Weltethos bei ihrem Bewerbungsbesuch im April dieses Jahres selbst überzeugen. Dass für die Schule Werteorientierung, Persönlichkeitsbildung und Demokratiebildung wichtige Anliegen sind, zeigt sich unmittelbar im Leitbild, das prominent im zentralen Treppenhaus der Schule zu sehen ist. Die Umsetzung aller fünf Leitziele war beim Schulbesuch und in den Begegnungen mit allen Beteiligten direkt erlebbar. Zudem ist die Arbeit der SMV ist ein ganz besonderes Qualitätsmerkmal der Schule. Wir freuen uns sehr, das Friedrich-Abel-Gymnasium im Kreis der Weltethos-Schulen zu begrüßen und sind schon gespannt auf das diesjährige Netzwerktreffen im November, bei dem alle 21 Weltethos-Schulen zusammenkommen und sich gegenseitig inspirieren.

Wes-vaihingen-c-vaihinger-kreiszeitung Foto: Vaihinger Kreiszeitung

    Die Welt ist in Unruhe – es ist genau jetzt an der Zeit, ein Zeichen zu setzen gegen Spaltung und für ein Miteinander in Vielfalt.

    Täglich erleben wir, wie Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Spaltung greift weltweit um sich. Aber die drängenden Herausforderungen wie etwa Klimaschutz, Corona-Pandemie oder Diskriminierung lassen sich nur gemeinsam lösen.

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