Geschichte und Grundlagen
Das Projekt Weltethos
Hans Küng war überzeugt: Alle Religionen und kulturellen Traditionen teilen grundlegende ethische Werte. Diese Überzeugung entwickelte er über Jahrzehnte hinweg in seiner wissenschaftlichen Arbeit weiter. Sie mündete 1995 in die Gründung der Stiftung Weltethos.
Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Geschichte des Projekt Weltethos: von den ersten Ideen Hans Küngs in den 1980er Jahren über die Erklärung zum Weltethos bis zur Arbeit der Stiftung heute.
Hans Küng war überzeugt: Alle Religionen und kulturellen Traditionen teilen grundlegende ethische Werte. Diese Überzeugung entwickelte er über Jahrzehnte hinweg in seiner wissenschaftlichen Arbeit weiter. Sie mündete 1995 in die Gründung der Stiftung Weltethos.
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Weltethos in 2 Minuten
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Mehr InformationenWas ist Weltethos?
Weltethos bezeichnet einen ethischen Grundkonsens, der über Religionen und Kulturen hinweg gilt. Alle großen Religionen und philosophischen Traditionen teilen bestimmte Werte:
- Menschlichkeit und Gegenseitigkeit (die Goldene Regel)
- Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor dem Leben
- Gerechtigkeit und Solidarität
- Wahrhaftigkeit und Toleranz
- Gleichberechtigung und Partnerschaft
- Ökologische Verantwortung
Diese Prinzipien sind in der Erklärung zum Weltethos von 1993 festgehalten. Das Dokument entstand unter Federführung von Hans Küng und wurde beim Parlament der Weltreligionen in Chicago von hunderten religiösen und nicht-religiösen Vertreter*innen verabschiedet.
Von 1994 bis heute
Was als Buchidee begann, ist heute eine internationale Initiative. Hier sind die wichtigsten Stationen des Projekt Weltethos.
1984
Hans Küng veröffentlicht das Buch „Christentum und Weltreligionen.“ Er befasst sich darin erstmals umfassend mit dem Islam, Hinduismus und Buddhismus, ein Band über chinesische Religionen sollte 1999 folgen. Im Nachwort formuliert er: „Kein Friede unter den Nationen ohne Frieden zwischen den Religionen.“ Der Satz wird zum Leitmotiv des Projekt Weltethos.
1989
UNESCO-Symposion „Kein Weltfriede ohne Religionsfrieden“ in Paris. Hans Küng stellt die spätere Programmatik des Projekt Weltethos erstmals auf UN-Ebene vor.
1990
Das Grundlagenwerk „Projekt Weltethos“ erscheint und wird in 17 Sprachen übersetzt. Hans Küng spricht am World Economic Forum in Davos über globale ethische Standards.
1993
Das zweite Parlament der Weltreligionen in Chicago verabschiedet die Erklärung zum Weltethos. Federführend entworfen von Hans Küng, ist sie die erste gemeinsame ethische Grundlage der Weltreligionen. Für weitere Informationen zur Erklärung zum Weltethos klicken Sie auf die Jahreszahl 1993.
1995
Karl Konrad Graf von der Groeben ermöglicht mit seinem finanziellen Engagement die Gründung der Stiftung Weltethos in Tübingen. Ein Jahr später folgt die Gründung der Schweizer Stiftung Weltethos in Zürich.
1997
Auf Initiative von Hans Küng und Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt unterbreitet der InterAction Council den Vorschlag einer Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten als Ergänzung zur UN-Menschenrechtserklärung.
1999
Das 3. Parlament der Weltreligionen in Kapstadt konkretisiert die Weltethos-Erklärung von Chicago.
2000
Tony Blair eröffnet mit seiner Rede „Werte und die Kraft der Gemeinschaft“ die Reihe der Weltethos-Reden, gemeinsam veranstaltet von der Stiftung Weltethos und der Universität Tübingen.
2001
Das Projekt Weltethos gelangt an die Vereinten Nationen. Hans Küng stellt das Weltethos-Programm vor der UN-Vollversammlung vor.
2003
UN-Generalsekretär Kofi Annan hält die 3. Weltethos-Rede an der Universität Tübingen.
2009
Unter Federführung der Stiftung Weltethos erarbeiten Wirtschaftsethiker und Praktiker aus der Wirtschaft das „Manifest Globales Wirtschaftsethos“. Es wird in New York und Basel der Öffentlichkeit vorgestellt und 2010 unter gleichem Titel veröffentlicht.
2012
Dank der Initiative des Unternehmers Karl Schlecht, einem langjährigen Förderer der Weltethos-Idee, wird das im Vorjahr gegründete Weltethos-Institut an der Universität Tübingen eröffnet. Dieses An-Institut der Universität Tübingen wird von der Stiftung Weltethos getragen und von der Karl Schlecht Stiftung finanziert.
2013
Hans Küng übergibt die Präsidentschaft der Stiftung Weltethos an Eberhard Stilz, den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs Baden-Württemberg.
2016
Im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung Baden-Württemberg wird die Stiftung Weltethos als wegweisende Organisation im Dialog der Religionen und Kulturen erwähnt. Seither realisiert die Stiftung eine Reihe gemeinsamer erfolgreicher Projekte mit unterschiedlichen Ministerien der Landesregierung.
2018
25 Jahre nach Chicago: Das 8. Parlament der Weltreligionen in Toronto erweitert die Weltethos-Erklärung um eine Weisung zur Nachhaltigkeit.
2021
Hans Küng, Begründer des Projekts Weltethos und Gründungspräsident der Stiftung, stirbt nach längerer Krankheit am 6. April in seiner Tübinger Wohnung.
2022
Prof. Dr. Bernd Engler, bisheriger Rektor der Universität Tübingen, übernimmt im Oktober die Präsidentschaft der Stiftung Weltethos.
2023
Der „Hans Küng Outstanding Contribution to The Global Ethic Award“ wird erstmals an Dr. Stephan Schlensog, langjähriger Geschäftsführer der Stiftung Weltethos, verliehen. Das Parlament der Weltreligionen würdigt mit dem Preis Hans Küngs Verdienste sowie Menschen, die sich besonders für die Verbreitung und Umsetzung des Projekt Weltethos eingesetzt haben.
2024
Lena Zoller übernimmt die Geschäftsführung der Stiftung Weltethos.
2025
30-jähriges Jubiläum der Stiftung. 16. Weltethos-Rede mit der Journalistin und Nahost-Expertin Natalie Amiri. Die Stiftung zieht in das ehemalige Wohnhaus von Hans Küng.
Das Projekt Weltethos heute
Die Idee ist so aktuell wie im Jahr 1993. Getragen wird das Projekt Weltethos heute von der Stiftung Weltethos, dem Weltethos-Institut in Tübingen sowie der Stiftung Weltethos Schweiz und der Initiative Weltethos Österreich.
Mehr über die heutigen Träger und Initiativen des Projekt Weltethos finden Sie hier:
→ Projekt Weltethos heute
- 1993: Parliament of World’s Religions
- 1995: Manfred Grohe
- 1997: Privat
- 1999: Stiftung Weltethos
- 2000: Manfred Grohe
- 2001: United Nations
- 2003: Manfred Grohe
- 2011: Stiftung Weltethos
- 2012: Weltethos-Institut
- 2012: Karl Schlecht
- 2013: Stiftung Weltehtos
- 2016: Landesregierung Baden-Württemberg
- 2018: Stiftung Weltethos
- 2021: Erich Sommer
- 2022: Stiftung Weltethos/Nino Strauch
- 2024: Stiftung Weltethos/Philipp Sigle
- 2025: SÜDWEST PRESSE Neckar-Alb/Martin Brunner