29. Juli 2025
Junge Stimmen für eine vielfältige Gesellschaft
Was passiert, wenn sich junge Menschen aus unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen offen begegnen? Beim interreligiösen Sommerfest des Jugendforums entstand ein Raum, in dem aus Unterschiedlichkeit eine neue Form von Verbundenheit wachsen konnten. Zwischen Wikinger-Schach und intensiven Gesprächen über Glaube, Identität und Verantwortung wuchs ein Miteinander, das getragen war von Offenheit, Neugier und dem Wunsch, voneinander zu lernen.
Vielfalt erleben und verstehen
Mehr als 30 junge Menschen aus verschiedenen religiösen und nicht-religiösen Jugendorganisationen kamen beim interreligiösen Sommerfest zusammen, um sich über ihre Weltanschauungen, Werte und Lebensrealitäten auszutauschen. Das Programm war so vielfältig wie die Teilnehmenden selbst: Vom interreligiösen Speed-Dating über ein Panel zu Social Media, Identität und Verantwortung bis hin zu kreativen Spielen am Nachmittag.
Die Bereitschaft, sich auf neue Perspektiven einzulassen, war spürbar. Denn gerade in Zeiten, in denen Polarisierung und Ausgrenzung gesellschaftliche Debatten prägen, braucht es Räume für multiperspektivischen Dialog. So kann der Druck, der durch vorhandene globale Spannungen entsteht, konstruktiv aufgefangen und verarbeitet werden
Social Media, Sichtbarkeit, Verantwortung
Die Paneldiskussion mit Mira Weiss, Martin Attar, Alon Bindes und Shayan Modabber rückte die Rolle sozialer Medien in den Fokus: Wie sichtbar ist religiöse Identität auf Instagram & Co.? Wie können wir umgehen mit Hasskommentaren, Vorurteilen, Schubladendenken? Die Antwort: Mit Selbstverantwortung, Resilienz und gegenseitiger Solidarität. Es brauche differenzierte Stimmen, die gegen vereinfachte Narrative sprechen und die Vielfalt in der Gesellschaft abbilden. Denn Sichtbarkeit bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen: für sich selbst und für die Gesellschaft.
Aus Diskussion wird Gemeinschaft
Was nach intensiven Gesprächen folgte, war ein Gemeinschaftsgefühl, das in Erinnerung bleibt. Beim Spielen von Activity oder Wikinger-Schach verschwanden Unterschiede. „Man hat sich einfach als Mensch begegnet“, erzählt ein Teilnehmer. Was vorher kontrovers diskutiert wurde, war plötzlich nebensächlich. Es ging um Lachen, Miteinander, um das Dabeisein. Kein Platz für Ausgrenzung – stattdessen Raum für Gemeinschaft. Beim gemeinsamen Aufräumen am Ende des Tages wurde sichtbar, was der Austausch bewirkt hatte: Man wollte bleiben, weiterreden, anknüpfen. Der Wunsch nach langfristiger Zusammenarbeit war greifbar.
Empowerment für mehr Zusammenhalt
Für viele Teilnehmende war das Event mehr als nur ein Sommerfest. Es war ein Ort, in dem junge Menschen zur aktiven Mitgestaltung einer vielfältigen Gesellschaft ermutigt wurden.
Der Tag hat gezeigt: Junge Menschen wollen sich einbringen und sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Sie brauchen nur die Gelegenheit dazu.