Philosophieren über Werte

Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog

Philosophieren über Werte

In Kooperation mit der Akademie für Philosophische Bildung und WerteDialog in München hat die Stiftung Weltethos Tübingen die Fortbildungsreihe „Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog“ für Pädagog*innen entwickelt.

In dieser Fortbildungsreihe wird praxisnah eine Methodik der Gesprächsführung vermittelt, die einerseits Begegnung auf Augenhöhe und andererseits die Auseinandersetzung über gegensätzliche wie gemeinsame Wertvorstellungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen möglich macht. 

 

Wozu „Philosophieren“? Was hat das mit Weltethos zu tun? 

Menschen haben das Bedürfnis, ihre Welt selbst zu gestalten. Gerade Kinder beobachten und hinterfragen Vieles, was für Erwachsene schon entschieden und selbstverständlich ist. Ähnlich ist es mit Menschen, die nicht in der Mitte der Gesell- schaft leben, deren Blick von außen für die Prozesse der Gesellschaft aber unabdingbar ist. 

Philosophieren fördert nicht nur den Mut, sich zu äußern. Es kultiviert auch die Freude, Vorstellungen, Vorurteile und auch Vorbilder bewusst zu hinterfragen. Der philosophische Austausch mit anderen führt zu einem deutlicheren Wertebewusstsein. Das Selbstwertgefühl und gleichzeitig die Fähigkeit, andere Perspektiven zu respektieren, werden gestärkt. In diesem Sinne unterstützt diese achtsame Gesprächskultur das bessere gegenseitige Verständnis und ein konstruktives Miteinander. 

Philosophieren in der hier vorgestellten Form ist „Wertebildung im Sinne des Weltethos“ par excellence. Das gemeinsame Zentrum ist die „wertschätzende / weltethische Haltung“, ohne die weder die Weltethos-Werte noch die philosophische Methode funktionieren. Diese Haltung wird von der Gesprächsleitung vorgelebt und von den Kindern und Jugendlichen nach und nach übernommen und verinnerlicht, weil sie merken, wie gut ihnen und der Gruppe dieser wertschätzende Umgang tut.

 

Was wollen wir damit bei Kindern und Jugendlichen erreichen?

Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche: 

  • selbstständig denken lernen; 
  • sich über Werte Gedanken machen & inwiefern sie für sie, ihr Leben und die Gesellschaft wichtig sind;
  • andere Meinungen und Ansichten verstehen;
  • wertschätzende Haltung einüben;
  • resistent gegenüber Ideologen, Extremisten und Populisten werden;
  • Mündige, demokratisch gesinnte Bürger*innen werden, die religionssensibel & vielfaltsfähig sind.

 

Inhalte der Fortbildungsreihe

Es geht zunächst um persönliche Erfahrungen, die eigene Herkunft und Prägung, evtl. Vorurteile und darauf aufbauend um die Frage, ob Gemeinschaft auf gemeinsamen Werten beruht und inwiefern die Weltethos-Idee hilfreich sein kann, diesen Wertekonsens gemeinsam zu finden. Abschließend suchen die Teilnehmenden Wege, wie Werte im Alltag sichtbar gemacht und tatsächlich gelebt werden können. Best-Practice-Beispiele u.a. aus den Weltethos-Schulen geben hierzu praktische und leicht umsetzbare Impulse.

Wesentliches Element der Fortbildung ist es, selbst zu philosophieren und philosophische Gespräche anzuleiten. Im moderierten, philosophischen Gespräch erleben die Teilnehmenden Wertschätzung für ihre eigene Meinung, lernen die Ansichten der Anderen zu respektieren und setzen sich über ihre Vorstellungen von Zusammenleben auseinander. 

Über vier Module sammeln die Teilnehmer viele Erkenntnisse über sich selbst, ihre Arbeit und die Welt im Allgemeinen, vor allem aber auch Material für die Praxis – eine Schatzkiste fürs Leben. 

 

In Bayern ist die Zusatzausbildung eine anerkannte Fortbildung für Erzieher*innen. In Baden-Württemberg wird sie offiziell als die staatliche Lehrerfortbildung ergänzende Maßnahme anerkannt. Anmeldung: fortbildungen@kinder-philosophieren.de

Mehr Infos dazu finden Sie hier: https://kinder-philosophieren.de/akademie-kinder-philosophieren/fortbildungsangebot/zusatzausbildung/

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