Wir trauern um unseren Gründer und langjährigen Präsidenten

Prof. Dr. Dr. h.c. mult.

Hans Küng

Er ist am 6. April 2021 im Alter von 93 Jahren friedlich in seinem Haus in Tübingen eingeschlafen.

Mit dem Projekt Weltethos schuf Hans Küng die Grundlage für ein Bewusstsein grundlegender gemeinsamer Werte in allen Teilen der Gesellschaft sowie für ein friedliches und respektvolles Miteinander über die Grenzen der Religionen, Kulturen und Nationen hinweg. Ein Projekt, das in Zeiten einer global agierenden Politik und Wirtschaft, des Internets und zunehmend multikultureller Gesellschaften wichtiger ist denn je.

Mit Blick auf Hans Küngs Hoffnungsvision „To make the world a better place“ ist es für die Stiftung Weltethos eine Ehre, sein Lebensprojekt „Weltethos“ fortführen zu dürfen. Wir werden es in seinem Sinne bewahren, weitertragen und weiterentwickeln und wir verneigen uns in Dankbarkeit vor dessen großartigem Begründer.


Möchten Sie Ihrer Trauer Ausdruck verleihen?
Dann haben Sie dazu in unserem digitalen Kondolenzbuch die Möglichkeit: 
> Zum Kondolenzbuch


Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht aus Nachrufen
und aktuellen Berichten zu Hans Küng:

> Zum Pressepiegel der Stiftung Weltethos

> Zur Presseschau des Weltethos-Instituts

25 Jahre „Erklärung zum Weltethos“

200 Vertreter aller Weltreligionen unterzeichneten im September 1993 auf dem „Parlament der Weltreligionen“ die Weltethos-Erklärung.

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Zitat von Hans Küng

„Eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos.“ Hans Küng, 1993

Weltethos bei den Vereinten Nationen

Auf höchster politischer Ebene fand die Weltethos-Thematik 2001 Eingang in der Agenda der Vereinten Nationen. Initiator war der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan.

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    Hans Küngs „Projekt Weltethos“

    Mit der Idee des Weltethos strebt Hans Küng an, den Grundkonsens bereits bestehender Gemeinsamkeiten im Ethos den Menschen immer wieder neu bewusst zu machen. Und zwar religiösen wie nicht religiösen Menschen weltweit in allen Lebensbereichen. Er ist überzeugt: Für ein friedliches Zusammenleben sind Menschen auf einen solchen Konsens über ethische Normen und Maßstäbe angewiesen.


    In seiner Programmschrift „Projekt Weltethos“, die er 1990 veröffentlicht, formuliert Küng drei Grundüberzeugungen:

    „Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen.

    Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.

    Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.“
     

    Seine Grundlagenforschung findet drei Jahre später, am 4. September 1993, ihr erstes großes Resultat in der „Erklärung zum Weltethos“ des Parlaments der Weltreligionen. Mit deren Unterzeichnung verständigen sich erstmals Repräsentanten aller Weltreligionen auf Kernelemente eines gemeinsamen Ethos:
     

    • das Prinzip Menschlichkeit,
    • die »Goldene Regel« der Gegenseitigkeit,
    • die Verpflichtung auf Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, ökologische Verantwortung und die Gleichberechtigung und Partnerschaft.
       

    Um diese Werte den Menschen neu bewusst zu machen und sie weiterzugeben, so dass sie schließlich gelebt werden, braucht es nach Küng:
     

    • Dialog der Religionen und Kulturen, besonders das Wissen um Gemeinsamkeiten im Ethos.
    • Kulturübergreifende Werteerziehung. Schon Kinder müssen lernen, dass friedliches Zusammenleben auf allen Ebenen vom Einhalten elementarer Regeln abhängt. Keine Gesellschaft kann ohne ein verbindendes Wertefundament funktionieren.
    • Ethische und interkulturelle Kompetenz in Wirtschaftsunternehmen. Akteure im internationalen Wettbewerb sind mehr denn je auf kulturübergreifende Normen angewiesen. 
    • In Recht und Ethos verankerte internationale Politik:  Kooperation und Integration statt militärischer Konfrontation.
       

    Diese Ziele fest im Blick, gründet Küng 1995 schließlich die Stiftung Weltethos für interkulturelle Forschung, Bildung und Begegnung. Möglich wird dies dank großzügiger finanzieller Zuwendungen des Unternehmers Graf von der Groeben, der sich nach der Lektüre von Küngs „Projekt Weltethos“ dazu entschließt, zur Unterstützung und Verbreitung des Weltethos-Gedankens eine namhafte Summe bereitzustellen.

    Im März 2013 übergibt Hans Küng anlässlich seines 85. Geburtstags die Präsidentschaft der Stiftung Weltethos an Eberhard Stilz, Präsident des Staatsgerichtshofs Baden-Württemberg. Küng ist der Stiftung Weltethos aber weiterhin als Ehrenpräsident verbunden.

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