20 Jahre „Erklärung zum Weltethos“

200 Vertreter aller Weltreligionen unterzeichneten im September 1993 auf dem „Parlament der Weltreligionen“ die Weltethos-Erklärung.

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Zitat von Hans Küng

„Eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos.“ Hans Küng, 1993

Weltethos bei den Vereinten Nationen

Auf höchster politischer Ebene fand die Weltethos-Thematik 2001 Eingang in der Agenda der Vereinten Nationen. Initiator war der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan.

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    Deklaration des Parlaments der Weltreligionen

    Die Erklärung zum Weltethos wurde von Hans Küng entworfen und in einem intensiven Beratungsprozess mit Gelehrten aus verschiedenen Religionen weiterentwickelt. 


    Unter Beteiligung von 6.500 Menschen der verschiedensten großen und kleineren Religionen diskutierte und verabschiedete das Parlament der Weltreligionen in Chicago die Erklärung am 4. September 1993 und sprach sich somit für ein Weltethos aus. Insgesamt 200 Vertreter aus allen Weltreligionen unterzeichneten die Erklärung (vgl. Hans Küng, Erklärung zum Weltethos, Piper, München 1993). Damit verständigten sich erstmals Repräsentanten aller Weltreligionen auf Kernelemente eines gemeinsamen Ethos, wie das Prinzip Menschlichkeit, die „Goldene Regel“ und die „vier unverrückbaren Weisungen“: Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit sowie Partnerschaft und Gleichberechtigung von Mann und Frau.

    Im November 2018 findet in Toronto erneut ein Parlament der Weltreligionen statt, zu dem viele Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt erwartet werden. Angesichts dieser Veranstaltung hatte man überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, die Weltethos-Erklärung zu überarbeiten oder gar neu zu formulieren. Nach eingehender Prüfung kam man aber zu dem Schluss, dass sich heutzutage der dafür notwendige Redaktionsprozess überaus komplex und schwierig gestalten würde, und man fürchtete, am Ende zu keinem brauchbaren Ergebnis zu kommen.
    Deshalb entschied man sich, die Weltethos-Erklärung zunächst so zu belassen, wie sie ist, da sie ja die Autorisierung des Parlaments von 1993 hat. Angesichts der aktuellen kontroversen politischen Diskussionen – vor allem in den USA – über den Klimawandel und dessen Auswirkungen, beschloss man, die Erklärung um eine fünfte Weisung zu ökologischen Fragen zu erweitern. Man ist sich bewusst, dass man damit inhaltlich nichts Neues zur Diskussion beitragen wird, ist aber überzeugt, dass es durchaus Sinn macht, dieses Thema als explizit ethisches Desiderat zu adressieren.
    Diese fünfte Weisung wurde unter Einbeziehung vieler Religionsvertreter und Wissenschaftler, aber auch in Konsultation der Stiftung Weltethos formuliert und vor kurzem vom Board des Parlaments der Weltreligionen verabschiedet. Am Parlament in Toronto soll der Text offiziell vorgestellt werden.
    Die neue fünfte Weisung ist unter folgendem Link einzusehen:  https://parliamentofreligions.org/parliament/global-ethic/fifth-directive
    Der volle englische Text der „neuen“ Erklärung ist unter folgendem Link einzusehen: https://parliamentofreligions.org/publications/towards-global-ethic-initial-declaration
    Wer die Weltethos-Erklärung in ihrer neuen Form unterstützen möchte, kann dies beim Parlament der Weltreligionen unter folgendem Link tun: https://parliamentofreligions.org/global-ethic-signatures 

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