Antisemitismus- und rassismuskritische Kompetenz in kommunalen Räten der Religionen
Dazwischen?
Der 7. Oktober 2023 hat in interreligiösen Foren tiefe Spannungen hinterlassen. Gespräche über den Nahostkonflikt bleiben emotional aufgeladen und enden oft in Sprachlosigkeit. Gleichzeitig fehlen in vielen lokalen Räten der Religionen und Kommunen klare Routinen im Umgang mit religionsbezogener Diskriminierung und Konfliktsituationen.
„Dazwischen?“ ist ein landesweites Pilotprojekt der Stiftung Weltethos, das drei lokale Räte der Religionen und ihre Stadtverwaltungen in Baden-Württemberg begleitet.
Es stärkt antisemitismus- und rassismuskritische Kompetenzen zur Prävention von Diskriminierung und unterstützt Kommunen dabei, klare Abläufe für den Umgang mit Konflikten und Vorfällen zu etablieren. Begleitet werden die Standorte von jüdisch-muslimischen Trainer*innen. Die Formate schaffen Räume, in denen auch schwierige Themen konstruktiv bearbeitet werden können – mit konsequentem Schutz Betroffener.
Das Projekt wird durch die Baden-Württemberg Stiftung gefördert.
Auf einen Blick
Zielgruppe: Mitglieder der lokalen Räte der Religionen in den drei Modellstandorten und ihrer Gemeinden; Integrationsbeauftragte und kommunale Fachkräfte insbesondere aus den Bereichen Soziales, Bildung, Jugend und Kultur
Standorte: Offenburg und Reutlingen – ein dritter Standort wird derzeit gesucht
- Formate: Workshops zu Antisdiskriminierung, Antisemitismus und Rassismus; interreligiöse Dialogformate; Einsatz der Ausstellung „Religionen – Werte – Frieden„; Beratung, Supervision und kollegiale Fallberatung, landesweiter Fachtag 2027
- Themen: Religiöse Vielfalt und Demokratie, Zusammenarbeit von Religions-/Weltanschauungsgemeinschaften und Kommunen, Antisemitismus- und Rassismussensibilisierung
- Kosten: Gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung. Projektbudget für zwei Jahre: ca. 204 000 Euro.
Was das Projekt bewirkt
- Antisemitismus- und rassismuskritische Kompetenzen stärken und zur Prävention von Diskriminierung einsetzen
- Interreligiöse/interweltanschauliche Reflexion, Sprachfähigkeit und Mediationskompetenz fördern
- Handlungssicherheit und Empowerment im Umgang mit Diskriminierung entwickeln
- Betroffenenschutz sowie Diskriminierungs- und Religionssensibilität nachhaltig in kommunalen und interreligiösen Strukturen verankern
- Die Erfahrungen aus den drei Modellstandorten fließen in eine digitale Toolbox ein, die weiteren Räten der Religionen und Kommunen zur Verfügung steht
Unsere jüdisch-muslimischen Tandems
Drei Referent*innenpaare begleiten die Modellstandorte – fachlich, prozessual und auf Augenhöhe. Jedes Tandem besteht aus einer jüdischen und einer muslimischen Fachkraft mit Erfahrung in interreligiösem Dialog, Antidiskriminierungsarbeit und Moderation.
Mitmachen – jetzt noch möglich
Wir suchen noch eine gastgebende Kommune als dritten Modellstandort sowie weitere Referent*innen für unsere jüdisch-muslimischen Tandems. Wenn Sie Interesse oder Fragen haben, melden Sie sich gerne unverbindlich.
Förderpartner und Kooperationen
Gefördert durch
In Kooperation mit
- Integrationsbüro der Stadt Offenburg – Fachbereich Familien, Schulen und Soziales (Hier geht’s zur Webseite)
- Jüdischer Kultur- und Religionsverein Kehl e.V. (Hier geht’s zur Webseite)