Die Stiftung Weltethos und der DFB

Seit Ende 2012 ist Dr. Stephan Schlensog Mitglied der vom DFB eingerichteten „AG Antidiskriminierung”. Die AG engagiert sich für Toleranz und Gleichbehandlung auf Vereinsebene.

6. Weltethos-Rede des IOC-Präsidenten

IOC-Präsident Jacques Rogge hielt 2006 die 6. Weltethos-Rede zum Thema „Global Sport and Global Ethic“. Er führte anschließend einen Dialog mit Hans Küng.

» weiter

    Sport und Ethos: Fairplay aus Respekt vor den Menschen

    Fairplay ist mehr als bloßes Befolgen der Regeln. Fairplay ist mehr – und verlangt auch mehr. Fairplay ist eine im besten Sinne des Wortes „ethische Grundhaltung”, mit der ein Spieler oder eine Spielerin die Regeln ganz selbstverständlich verinnerlicht – und bei Bedarf auch überbietet, indem er oder sie das tut, was man durch Regeln gerade nicht vorschreiben kann:
    – den Erfolg nicht mit allen Mittel suchen;
    – den „Gegner” als Partner, nicht als Feind sehen;
    – dem Spielpartner Chancengleichheit und körperliche Integrität zubilligen.

    Damit Fairplay gelebt wird und im sportlichen Wettbewerb zum Tragen kommt, braucht es Haltungen wie Menschlichkeit, Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Partnerschaft und Respekt. Oder anders gesagt: kein Fairplay ohne ein Weltethos!

    Der Sportalltag spricht oft eine andere Sprache. Erfolg wird absolut gesetzt, Konkurrenzdruck macht hemmungslos und Regelverletzungen werden heruntergespielt oder zum legitimen Bestandteil der Taktik erklärt. Zudem gehören Gewalt und Diskriminierungen jedweder Art in vielen Sportarten zum Alltag.

    Deshalb engagiert sich die Stiftung Weltethos auch im Sport: für eine von Werten getragene Sportkultur bei Aktiven, Betreuern und Funktionären.


    Erste Kontakte und Initiativen

    Im Mai 2005 hielt Hans Küng auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover das Eröffnungsreferat für das Forum „Welt – Sport – Ethos”. Seine Thesen wurden anschließend diskutiert mit dem damaligen IOC-Mitglied (und jetzigem IOC-Präsidenten) Dr. Thomas Bach, Nationalcotrainer Joachim Löw, Nationalspieler Per Mertesacker, Schiedsrichter Lutz-Michael Fröhlich, der Funktionärin Sylvia Schenk und dem Sportsoziologen und Gewaltforscher Gunter A. Pilz.

    Im September 2005 führte Prof. Küng auf dem Internationalen Olympischen Forum in der Paulskirche in Frankfurt einen öffentlichen Dialog mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Dr. Jacques Rogge.

    Daraufhin hielt IOC-Präsident Rogge im Mai 2006 in Tübingen die 6. Weltethos-Rede zum Thema „Global Sport and Global Ethic”.

     Engagement beim Deutschen Fußballbund (DFB)

    Der DFB ist der größte internationale Sport-Fachverband der Welt und der Dachverband des Deutschen Fußballs. Er ist in 21 Landesverbänden und 5 Regionalverbänden organisiert und umfasst den Spielbetrieb sowohl von Profis (ca. 0,15%) wie von Amateuren (99,85% mit 25.500 Vereinen und 1,8 Mio. Spielen pro Jahr).

    Seit 2014 ist Dr. Stephan Schlensog Mitglied der vom DFB eingerichteten „Kommission gesellschaftliche Verantwortung” und der „AG Fair Play & Gewaltprävention”.

    Die „Kommission gesellschaftliche Verantwortung” beschäftigt sich mit den Themen „Wettbewerb“ (Amateur- und Profifußball), „Werte“ (u.a. Fairplay, Gewaltprävention, ethnische, sexuelle und religiöse Diskriminierungsprävention), soziale „Verantwortung“ und „Solidarität” (humanitäres Engagement) und entwickelt in den unterschiedlichen Feldern Konzepte zur Umsetzung.

    Die „AG Fair Play“ entwickelt praktische Konzepte zur Prävention von Gewalt und Diskriminierung im Amateurfußball, die unter dem Motto „Fair ist mehr” derzeit auf allen Ebenen des DFB zu Umsetzung kommen. Zudem vergibt der DFB auf Vorschlag der AG jährlich Fair-Play-Medaillen und -Preise.

    Im Rahmen des DFB-Engagements kam es im Oktober 2016 zudem zu einem ersten Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Sachen religiös geprägter Sportvereine und deren Potenzial für Fairplay und Integration.

     

     

    Top of page