| »Der lange Weg zum Weltethos« |
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Zwanzig Jahre nach dem Missio-Entzug Vorlesung an der Universität Tübingen vom 14. Dezember 1999 |
Ein Blick zurück im Zorn, sehr verehrter Herr Rektor, sehr verehrte Frau Oberbürgermeisterin, verehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, meine Damen und Herren. Ja, ein Blick zurück im Zorn könnte es sehr wohl werden, • wenn ich heute zurückdenke an die Ereignisse vor zwanzig Jahren: an die hinterrücks generalstabsmäßig geplante, nicht nur mich völlig überraschende Aktion der römischen Inquisitionsbehörde und kollaborierender deutscher Bischöfe zum Entzug meiner kirchlichen Lehrbefugnis, nachdem man nicht fähig war, gegen irgendeines meiner Bücher ein rechtmäßiges Verfahren durchzuführen; • wenn ich zurückdenke an die fatale Rolle des damaligen Bischofs von Rottenburg und jener sieben (heute nicht mehr aktiven) Kollegen, die für mein Ausscheiden aus der Katholisch-Theologischen Fakultät votierten, der ich länger als sie alle (gut 20 Jahre!) angehörte; • wenn ich zurückdenke an die gegen mich in Gang gesetzte kirchliche Propagandamaschinerie, an den präzedenzlosen auf allen Kanzeln Deutschlands verlesenen Hirtenbrief der deutschen Bischöfe und alle offiziellen und inoffiziellen Verleumdungen meines katholischen Christusglaubens bis in allerneueste Zeit; • wenn ich zurückdenke an die psychische und physische
Erschöpfung nach einem Kampf auf theologischer, kirchenrechtlicher,
staatsrechtlicher, publizistischer und politischer Ebene, in Fakultät
und Universität, Wissenschaftsministerium und Landesparlament;
auf der anderen Seite Bischof, Bischofskonferenz, Nuntius und letztlich
bestimmend Papst und Kurie. Wahrhaftig: vom 18. Dezember 1979
bis zum 10. April 1980 die vier schlimmsten Monate meines Lebens, die
ich auch meinen erbittertsten Gegnern nicht wünschen kann. |
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