Aktivitäten der Stiftung Weltethos 2006
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Bericht 2006 als pdf

 
Kontinuität und Innovation: damit sind die Aktivitäten der Stiftung Weltethos im Jahr 2006 zu umschreiben. Bewährte Aktivitäten und Programme konnten weiterentwickelt werden, doch sind auch neue vielversprechende Kontakte in verschiedenen Weltregionen entstanden, und durch neue Kooperationspartner haben sich neue Themenbereiche eröffnet. Beides, Kontinuität und Innovation, spiegelt auch dieser Jahresbericht.

 

Die Zukunft der Stiftung
Über die Frage, wie die Stiftung Weltethos ihre vielfältigen Aufgaben auch mittel- und langfristig erfüllen und wie sie auf neue Herausforderungen antworten kann, macht sich seit Dezember 2006 eine gemeinsame "Strategiegruppe" der Stiftungen Deutschland und Schweiz Gedanken. Hierbei geht es sowohl um inhaltliche als auch um finanzielle Perspektiven.

 

Weltethos international
Ein für das Projekt Weltethos wichtiges Ereignis fand im Rahmen der 8. Weltkonferenz der Religionen für den Frieden in Kyoto/Japan (WCRP VIII, 26.–29.8.) statt: die über 500 Delegierten der weltweiten interreligiösen Organisation »Religions for Peace« (RfP, früher WCRP) machten sich nahezu einstimmig die »Erklärung zum Weltethos« (Chicago 1993) als ethische Basis für die Arbeit von RfP zu eigen. Prof. Küng und Dr. Gebhardt nahmen an der Weltkonferenz teil; Prof. Küng hielt dabei einen Hauptvortrag beim feierlichen Eröffnungsplenum vor 2000 Teilnehmern.
Vielversprechende neue Kontakte haben sich in Südamerika ergeben, die im Jahr 2007 in konkrete Aktivitäten und Pilotprojekte einmünden sollen:
Brasilien: Ausgehend von der Universität UNISINOS in Sao Leopoldo (vermittelt durch Prof. Paulo Soethe, Curitiba) haben sich Kontakte zu anderen Einrichtungen im Bereich von Ethik, Religion und Wirtschaft entwickelt.
Kolumbien: ebenfalls zunächst auf akademischer Basis (Carlos Paz, Rechtsanwalt und Projekt-Promotor, Bogotà), jedoch ausgeweitet auf Unternehmer.
Mexiko: hier wurde von dem Unternehmer und Philanthropen Gerardo Martinez Cristerna bereits eine Stiftung Weltethos Mexiko formell gegründet.
 
In Russland konnte der Weltethos-Gedanke im Rahmen eines Symposions an der Universität Perm/Ural (24.–25.5.) mit akademischen Fachleuten aus ganz Russland vorgestellt werden. Prof. Küng trat als Referent auf, und die Philosophische Fakultät erstellte eine russische Übersetzung der Weltethos-Erklärung von 1993.

Verbunden mit dem Erscheinen der rumänischen Übersetzung von Prof. Küngs Buch Das Judentum fanden Veranstaltungen mit Prof. Küng an der Universität Cluj-Napoca und am rumänischen Kulturinstitut in Bukarest statt (3.–7.4.).

Weitere internationale Engagements führten Prof. Küng ans Tote Meer (Jordanien) mit dem InterAction Council ehemaliger Staats- und Regierungschefs, sowie nach Lausanne, Madrid, Santander, Mailand und Nijmegen. Wichtige Vorträge innerhalb Deutschlands hielt er auf der Computermesse CEBIT in Hannover, auf einem Bildungskongress in Ulm, auf dem »Nürnberger Forum« zu interreligiöser Pädagogik in Nürnberg, in der Karl-Rahner-Akademie in Köln, beim internationalen Kongress »100 Jahre Entdeckung der Alzheimer-Krankheit« in Tübingen, sowie für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.

Prof. Karl-Josef Kuschel, Vizepräsident der Stiftung, nahm auf Einladung des Deutsch-Ostasiatischen Wissenschaftsforums der Universität Tübingen an einem Symposion in Hongkong teil. Ausserdem hielt er (neben seinen regulären Lehrverpflichtungen an der Universität Tübingen) eine Gastvorlesung an der Universität Basel und Vorträge in verschiedenen Städten Deutschlands, darunter in Münster, Berlin (Iranische Botschaft), Saarbrücken (Katholikentag), München, Mannheim und Kiel (»Tag der Religionen«).

Dr. Stephan Schlensog war neben seinen vielfältigen organisatorischen, konzeptionellen und logistischen Aufgaben als Generalsekretär der Stiftung bundesweit als Referent aktiv und ist hauptverantwortlich für Konzeption und Realisierung des Internet-Lernprogramms sowie des Arbeitsbuches für die schulische Arbeit (s.u.).

Dr. Günther Gebhardt war neben seiner Tätigkeit als persönlicher Referent Prof. Küngs als Vortragender oder Konferenzmoderator in verschiedenen Städten Deutschlands (u.a. München, Nürnberg, Bamberg, Stuttgart, Offenburg) sowie in Graz (»Tag der Schöpfung«) und auf zwei Veranstaltungen in Innsbruck aktiv, darunter beim interdisziplinären Symposion "Ethik im Zeitalter der Globalisierung", und nahm an der 8.Weltkonferenz der Religionen für den Frieden in Kyoto/Japan teil.

Dr. Martin Bauschke, Vertreter der Stiftung in Berlin und den neuen Bundesländern (50%), betreute in verschiedenen Städten Ost- und Norddeutschlands die Wanderausstellung "Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos" und hielt Vorträge im Bereich Schule und bei Veranstaltungen unterschiedlicher säkularer wie religiöser Träger, u.a. in Münster, Chemnitz, Marburg und Glasgow.

 
Weltethos-Rede
Die 6. Weltethos-Rede an der Universität Tübingen fand am 10.5. statt: Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Dr. Jacques Rogge sprach zum Thema »Global Sport and Global Ethic« und führte anschliessend einen Dialog mit Hans Küng. Kurz vor der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland war sein engagiertes Plädoyer für Fairness im Sportbetrieb von besonderer Aktualität. Die Rede Jacques Rogges ist auf der Webseite der Stiftung Weltethos (www.weltethos.org) zu finden und kann als DVD im Internet-Shop der Stiftung erworben werden.

 
Weltethos und Wissenschaft
Auf zwei von der Stiftung in Tübingen veranstalteten wissenschaftlichen Foren wurde der Weltethos-Gedanke in einem breiteren Kontext interdisziplinär diskutiert:

(1) In einem Wissenschaftlichen Arbeitskreis Weltethos befassten sich am 12. und 13.5. ein Dutzend Experten aus Theologie, Philosophie, Entwicklungsbiologie und verschiedenen Bereichen der Ethik mit Fragen zur »Genese der Moral«.

(2) Ein Symposion »Naturwissenschaft und Religion« brachte an der Universität Tübingen vom 6. bis 8.7. 25 Fachgelehrte aus Theologie und verschiedenen Zweigen der Naturwissenschaften, von Urgeschichte bis Astrophysik, aus Deutschland und der Schweiz zusammen. Ausgehend von Hans Küngs Buch Der Anfang aller Dinge diskutierten sie Probleme von Kosmologie, Entstehung des Lebens und des Menschen. Kooperationspartner der Stiftung war Prof. Dr. Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GeoForschungsZentrums Potsdam. Die 10 thematischen Einführungsstatements können von der Webseite der Stiftung Weltethos www.weltethos.org heruntergeladen werden.

Dr. Stephan Schlensog konnte seine umfassende Arbeit über die Paradigmenwechsel in der Geschichte der indischen Religion, mit der er von der Kath.-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen zum Doktor der Theologie promoviert wurde, im Herbst 2006 beim Piper-Verlag als »Fortsetzung« von Professor Küngs Religionen-Trilogie publizieren (s. auch »Neue Publikationen«).

Im Tübinger Studium Generale begann Prof. Karl-Josef Kuschel im Wintersemester 2006/07 eine Vorlesungsreihe über Weltreligionen in der Literatur: Islam. Ausserdem vertiefte er seine Forschungen zur Person Thomas Manns am Schnittpunkt von Literatur und Weltethos: er veröffentlichte die Monographie Weihnachten bei Thomas Mann (Patmos, Düsseldorf) und hielt im Rahmen der Rotary-Bewegung zwei Vorträge über Thomas Mann, das rotarische Ethos und das Weltethos.

Dr. Markus Weingardt beendete sein von der Berghof-Stiftung finanziertes Forschungsprojekt Das Friedenspotential von Religionen in politischen Gewaltkonflikten. Die Studie (seitens der Stiftung Weltethos von Dr. Gebhardt begleitet) zeigt u.a. in über 30 Fallstudien aus aller Welt, wie sich religiöse Akteure in der Praxis erfolgreich bei der Bearbeitung von Gewaltkonflikten eingesetzt haben. Sie soll 2007 im Verlag Kohlhammer, Stuttgart erscheinen unter dem Titel Religion Macht Frieden.

Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann, Professor für politische Philosophie in München, konnte in diesem Jahr sein Buch Weltethos in philosophischer Perspektive weitgehend abschliessen. Es soll im Frühjahr 2008 bei Piper, München erscheinen.

Rabbiner Dr. Walter Homolka (Potsdam) hat sich bereit erklärt, ein Buch Weltethos – jüdisch verstanden zu verfassen, ebenso die muslimische Religionspädagogin Rabeya Müller (Köln) für ein Buch Weltethos – islamisch verstanden.

 
Neue Publikationen und Übersetzungen
• Stephan Schlensog, Der Hinduismus. Glaube, Geschichte, Ethos (Piper, München)
• Hans Küng, Der Anfang aller Dinge. Naturwissenschaft und Religion erschien in italienischer Übersetzung (Rizzoli, Mailand); englische und französische Ausgaben in Vorbereitung;
• Hans Küng, Spurensuche. Die Weltreligionen auf dem Weg ist nun auch in tschechischer Ausgabe erhältlich (CDK, Brno);
• Die Filme zur Spurensuche liegen in japanischer Version vor (Maruzen, Tokio);
• Hans Küng, Das Judentum wurde auf Rumänisch veröffentlicht (Hasefer, Bukarest)
• Hans Küng, Der Islam erschien auf Niederländisch (Ten Have, Kampen) und Spanisch (Trotta, Madrid); englische Ausgabe für April 2007 geplant (Oneworld, Oxford);
• Hans Küng, Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft erschien auf Georgisch;
• Hans Küng/Karl-Josef Kuschel (Hg.), Wissenschaft und Weltethos wurde auf Spanisch veröffentlicht (Trotta, Madrid)
• Hans Küng, Wozu Weltethos? erschien auf Deutsch in erweiterter und aktualisierter Neuauflage (Herder, Freiburg/Brsg.) und wurde in Brasilien auf Portugiesisch veröffentlicht (Loyola, Sao Paulo)
• Karl-Josef Kuschel, Wie die sich begegnenden Kulturen ethische Grundlagen finden können … Zum Diskurs zwischen Joseph Ratzinger, Jürgen Habermas und Hans Küng, in: Politische Studien, Themenheft 1/2006
• Die Erklärung zum Weltethos kann nun in 12 Sprachen von der Webseite der Stiftung Weltethos (www.weltethos.org) als pdf-Dokument heruntergeladen werden.

Auch 2006 waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung wieder angefragt für Beiträge zur Weltethos-Thematik in den unterschiedlichsten Zeitschriften, Sammelbänden und anderen Publikationen.

 
Weltethos in Bildungsarbeit und Schule
Die festen und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung waren wieder bei einer Vielzahl von Bildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit verschiedensten säkularen und religiösen Partnern und bei Lehrerfortbildungen tätig. Neben dem Tübinger Team (Dr. Stephan Schlensog, Dr. Günther Gebhardt und Dr. Markus Weingardt) vor allem Dr. Martin Bauschke (Berlin), Religionslehrer Walter Lange (Castrop-Rauxel), PD Dr. Johannes Rehm (Bamberg, jetzt Nürnberg), Dr. Christel Hasselmann (Hannover), Dr. Helga Offermanns (Wiesbaden), Anke Gehrt-Woitzik und Katrin Ziesecke (Leipzig), sowie Prof. em. Dr. Hermann Häring (früher Nijmegen, jetzt Tübingen). In der Ausbildung von evangelischen Religionslehrerinnen und -lehrern an der Universität Erlangen-Nürnberg verleiht schon seit vielen Jahren Prof. Dr. Johannes Lähnemann dem Weltethos-Gedanken einen wichtigen Stellenwert. Auch nach seiner Emeritierung (Sommer 2006) setzt er sich weiter dafür ein.

Alle Termine von Vorträgen und Lehrerfortbildungen unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind auf der Webseite der Stiftung aufgelistet.

Gut vorangekommen ist in diesem Jahr die Entwicklung des Arbeitsbuchs Weltethos mit Materialien und Unterrichtsentwürfen für die schulische Bildungsarbeit zum Thema Weltethos. Unter Federführung von Dr. Schlensog arbeiten daran die Lehrkräfte Walter Lange, Anke Gehrt-Woitzik und Katrin Ziesecke, mit Beiträgen auch von anderen Lehrkräften. Dieses gut 200seitige Loseblatt-Werk soll im Herbst 2007 erscheinen.

 
Weltethos im Internet
Mit durchschnittlich 2500 Zugriffen täglich, bei steigender Tendenz, entwickelt sich die Internetpräsenz der Stiftung (www.weltethos.org und Schulserver www.schule-weltethos.de) zunehmend zu ihrem wichtigsten Kommunikationsorgan. Auch der »Internet Shop«, über den ein umfangreiches Angebot an didaktischen Materialien, Medien und Büchern bequem bestellt werden kann, erfreut sich grosser Beliebtheit. Der Buchversand über den Shop ist portofrei!

Die Webseite der Stiftung in französischer Sprache wurde in diesem Jahr vor allem durch die Stiftung Weltethos Schweiz unter Federführung von lic. phil. Guido Baumann, unterstützt von Dr. Gebhardt und Julia Willke, umfassend erneuert, beträchtlich erweitert und sprachlich verbessert.

Weit fortgeschritten sind die Arbeiten an dem interaktiven Internet-Lernprogramm A Global Ethic Now. Unter der Leitung von Dr. Schlensog ist hier vor allem die eigens dafür eingestellte Projektmitarbeiterin Julia Willke M.A. tätig. Ab Herbst 2007 soll diese Lernplattform zum Thema Weltethos, zu den Weltreligionen, zur Weltethos-Thematik in Politik und Wirtschaft und zu Wertefragen allgemein in englisch und deutsch benutzbar sein.

 
Ausstellung »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos«
Die Ausstellungsbroschüre liegt nun auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch und Bahasa Malaysia vor. Die Wanderausstellung in ihren verschiedenen Versionen erfreut sich vor allem in Deutschland und der Schweiz weiterhin grosser Beliebtheit.
• In Deutschland wurde sie dieses Jahr gezeigt in: Arnstadt, Breitenbrunn, Aalen, Essen, Emden, Zeitz, Zwenkau, Bersenbrück, Siegen, Wittmund, Dortmund, Münster, Rottweil, Hamburg (2 Orte), Wolfenbüttel, Brück und Datteln. Um die Verbreitung der Wanderausstellung machten sich besonders Dr. Martin Bauschke (Berlin) und Religionslehrer Walter Lange (Castrop-Rauxel) verdient.
• In der Schweiz, organisiert von lic. phil. Guido Baumann: Davos, Biel/Bienne, Porrentruy, La Chaux-de-Fonds, St. Gallen, Lausanne, Neuchâtel, Romanshorn, Nyon, Morges.
• In Grossbritannien, koordiniert von Rev. Alan Race (Leicester): London (2 Orte), Newcastle und Brighton.

 
Weltethos-Stiftungen in verschiedenen Ländern
Auch die Weltethos-Stiftungen in der Schweiz, in Österreich und der Tschechi-schen Republik haben mit ihren je eigenen Schwerpunkten wieder Aktivitäten in der Bildungsarbeit, im Schulbereich und in der akademischen Reflexion durchgeführt.

In der Schweiz lag der Schwerpunkt der Aktivitäten im französischen Sprachraum. Der Start des Schulwettbewerbs zum Weltethos »Main dans la main« (www.mdlm.ch) in Neuchâtel am 30.8. fand ein breites Medienecho. Der Wettbewerb wird von einer hochkarätigen repräsentativen Jury begleitet und am 23.5.2007 mit der Preisverleihung in Lausanne abgeschlossen. Alle diese Aktivitäten sowie weitere Bildungsarbeit koordinierte der Geschäftsführer der Stiftung Weltethos Schweiz, lic.phil. Guido Baumann, der aber leider seine Arbeit für unsere Stiftung Mitte 2007 auf eigenen Wunsch beenden wird, da er eine neue Aufgabe in Thailand übernimmt. Die Geschäftsstelle der Stiftung Weltethos Schweiz wurde inzwischen in das renommierte interreligiös orientierte Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn bei Zug verlegt.

Die Initiative Weltethos Österreich (www.weltethos.at) führte vom 9.10.2006 bis 29.1.2007 wiederum eine Ringvorlesung an der Universität Wien durch, organisiert von Prof. Dr. Erwin Bader. Zu der gut besuchten interdisziplinären Vorlesungsreihe "Weltethos und Globalisierung" waren 15 Referenten aus Österreich und dem Ausland eingeladen. Vor allem Generalsekretärin Mag. Edith Riether schaltete sich mit einem speziellen Arbeitskreis "Ethikunterricht" in die Bemühungen um die Einführung eines Ethikunterrichts an den österreichischen Schulen ein. Als von der Initiative Weltethos unabhängige Einrichtung arbeitet das "Innsbrucker Forum zur wissenschaftlichen Förderung des Projekts Weltethos" unter Leitung von Prof. Dr. Helmut Reinalter. Es organisierte in Innsbruck ein Symposion "Ethik im Zeitalter des Globalisierung" (13.-14.10.), an dem u.a. Dr. Günther Gebhardt, Prof. Hermann Häring und Prof. Hans-Martin Schönherr-Mann teilnahmen.

In Tschechien konnte der Gründer und Vorsitzende der dortigen Stiftung Weltethos, Senator i.R. Dr. Karel Floss dieses Jahr seinen 80. Geburtstag begehen. Er engagiert sich weiterhin, die Weltethos-Idee vor allem in politischen und universitären Kreisen und bei Veranstaltungen des von ihm geleiteten Prokopius-Zentrums in Sazava zu verbreiten und konnte neue Kontakte zu Verantwortlichen im Schulbereich aufbauen. Die Bücher Spurensuche und Brücken in die Zukunft. Eine Initiative von Kofi Annan konnten durch Initiative der Stiftung Weltethos Tschechien auf Tschechisch erscheinen.

In Mexiko wurde dieses Jahr eine neue Stiftung Weltethos gegründet (s. oben, »Weltethos international«). Für März 2007 sind dort verschiedene Veranstaltungen mit Hans Küng geplant.


Ehrung
Am 3.12. wurde Prof. Küng in Köln der Lew Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte 2006 verliehen, und dies »für seinen unermüdlichen Einsatz um ein besseres Verständnis zwischen den grossen Religionen der Welt«. In ihrer Laudatio plädierte die Aussenministerin der Schweiz, Micheline Calmy-Rey, für eine »kosmopolitische Ethik« als Grundlage des Zusammenlebens und der Politik. Die Reden sind auf der Homepage der Stiftung zu lesen.


Freundeskreis
Seit den Anfangsjahren der Stiftung konnten »Sympathisanten« gegen einen geringen Jahresbeitrag einem Freundeskreis der Stiftung Weltethos beitreten und wurden dafür immer wieder mit Informationen versorgt. Der Freundeskreis wurde von Herrn Volker Hollmann (Tübingen) betreut. Da inzwischen aber umfassende Information über die Stiftung jederzeit im Internet verfügbar ist und leider auch die Zahlung der Jahresbeiträge von seiten vieler Mitglieder sehr unzuverlässig erfolgte, hat sich die Betreuung des Freundeskreises als unverhältnismässig aufwendig und unergiebig erwiesen, nicht zuletzt finanziell. Der Stiftungsvorstand hat daher beschlossen, den Freundeskreis mit Jahresende 2007 einzustellen. Wir bitten alle Mitglieder um Verständnis und danken Herrn Hollmann herzlich für sein jahrelanges zuverlässiges Engagement.

Weitere Informationen über die Stiftung Weltethos, ihre laufenden Aktivitäten und aktuellen Publikationen sowie Arbeitsmaterialien und eine ausführliche Bibliographie finden Sie im Internet unter www.weltethos.org.


Dank an die Kuratorien
Ein besonderer Dank sei den Mitgliedern der Kuratorien unserer Stiftung in Deutschland und der Schweiz gesagt. Das Kuratorium Deutschland ist der Stiftung bereits in ihrer Gründungsphase mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Leider ist einer der wichtigsten Berater, Prof. Dr. Norbert Kloten, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Tübingen, in diesem Jahr verstorben. Dem Kuratorium gehören derzeit an: Dr. Peter Adolff (Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG) Prof. Dr. Heinz Dieter Assmann (Direktor des Juristischen Seminars der Universität Tübingen), Dr. Wolfram Freudenberg (Freudenberg-Stiftung), Dr. Siegfried Jaschinski (Vorsitzender des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg), Prof. Dr. Horst Köhler (Bundespräsident, Mitgliedschaft ruht während der Amtszeit), Dr. Nicola Leibinger-Kammüller (Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf GmbH + Co KG), Dr. h.c. Erwin Teufel, MdL (Ministerpräsident a.D.), Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth (Vorsitzender des Beirats der Würth-Gruppe).

Erst vor wenigen Jahren wurde auch in der Schweiz ein Kuratorium für die dortige Stiftung Weltethos aufgebaut. Ihm gehören an: lic. iur. Hans Ambühl (Generalsekretär der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren), alt Ständerätin Christine Beerli (Direktorin der FH Biel), lic. oec. Adrian Gut (CEO, Horizon21 Management Services), Dr. Erwin Koller (Abteilungsleiter Schweizer Fernsehen a. D.), Prof. Dr. Klaus Leisinger (Präsident und CEO Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung), Prof. Dr. Frido Mann (Theologe und Schriftsteller), alt Ständerat Prof. Dr. Gilles Petitpierre (Universität Genf), Prof. Dr. Alois Riklin (Universität St. Gallen), Dr. Robert Sutz (alt Generaldirektor UBS).

 
Unser Team
All die vielfältigen Aktivitäten der Stiftung Weltethos waren auch im Jahr 2006 nur zu leisten durch den grossen Einsatz des gesamten Teams, besonders auch des Sekretariats mit Chefsekretärin Inge Baumann, unterstützt auf Teilzeitbasis von ihrer Vorgängerin Eleonore Henn. Stiftungsassistentin Anette Stuber-Rousselle M.A. ist vor allem für die Erstellung der umfangreichen Manuskripte und die laufende Bibliographie zuständig, Dr. Markus Weingardt für Buchhaltung und gelegentliche Vortragstätigkeit. Speziell für die Arbeit am Internet-Lernprogramm wurde Julia Willke M.A. angestellt. Wertvolle praktische Arbeit leisteten auch die studentischen Hilfskräfte Carina Geldhauser (bis Herbst 2006) und Ulf Günnewig, seit Herbst auch die Gymnasiastin Katja Flatters.

Die Stiftung Weltethos dankt auch allen Freunden und Förderern für ihre Unterstützung, die für die Stiftungstätigkeit unverzichtbar ist. Jeder noch so kleine Beitrag bedeutet für unsere Stiftung eine große Hilfe.


Tübingen, im Februar 2007
Dr. Günther Gebhardt

 

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