Kontinuität
und Innovation: damit sind die Aktivitäten der Stiftung Weltethos
im Jahr 2006 zu umschreiben. Bewährte Aktivitäten und Programme
konnten weiterentwickelt werden, doch sind auch neue vielversprechende
Kontakte in verschiedenen Weltregionen entstanden, und durch neue Kooperationspartner
haben sich neue Themenbereiche eröffnet. Beides, Kontinuität
und Innovation, spiegelt auch dieser Jahresbericht.
Die Zukunft der Stiftung
Über die Frage, wie die Stiftung Weltethos ihre vielfältigen
Aufgaben auch mittel- und langfristig erfüllen und wie sie auf
neue Herausforderungen antworten kann, macht sich seit Dezember 2006
eine gemeinsame "Strategiegruppe" der Stiftungen Deutschland
und Schweiz Gedanken. Hierbei geht es sowohl um inhaltliche als auch
um finanzielle Perspektiven.
Weltethos international
Ein für das Projekt Weltethos wichtiges Ereignis fand im Rahmen
der 8. Weltkonferenz der Religionen für den Frieden
in Kyoto/Japan (WCRP VIII, 26.–29.8.) statt: die über 500 Delegierten der
weltweiten interreligiösen Organisation »Religions for Peace« (RfP,
früher WCRP) machten sich nahezu einstimmig die »Erklärung
zum Weltethos« (Chicago 1993) als ethische Basis für die
Arbeit von RfP zu eigen. Prof. Küng und Dr. Gebhardt nahmen an
der Weltkonferenz teil; Prof. Küng hielt dabei einen Hauptvortrag
beim feierlichen Eröffnungsplenum vor 2000 Teilnehmern.
Vielversprechende neue Kontakte haben sich in Südamerika ergeben,
die im Jahr 2007 in konkrete Aktivitäten und Pilotprojekte einmünden
sollen:
• Brasilien: Ausgehend von der Universität UNISINOS in Sao
Leopoldo (vermittelt durch Prof. Paulo Soethe, Curitiba) haben sich
Kontakte zu anderen Einrichtungen im Bereich von Ethik, Religion und
Wirtschaft entwickelt.
• Kolumbien: ebenfalls zunächst auf akademischer Basis (Carlos
Paz, Rechtsanwalt und Projekt-Promotor, Bogotà), jedoch ausgeweitet
auf Unternehmer.
• Mexiko: hier wurde von dem Unternehmer und Philanthropen Gerardo
Martinez Cristerna bereits eine Stiftung Weltethos Mexiko formell gegründet.
In Russland konnte der Weltethos-Gedanke im Rahmen
eines Symposions an der Universität Perm/Ural (24.–25.5.)
mit akademischen Fachleuten aus ganz Russland vorgestellt werden. Prof.
Küng trat als Referent
auf, und die Philosophische Fakultät erstellte eine russische Übersetzung
der Weltethos-Erklärung von 1993.
Verbunden mit dem Erscheinen der rumänischen Übersetzung
von Prof. Küngs Buch Das Judentum fanden Veranstaltungen mit Prof.
Küng an der Universität Cluj-Napoca und am rumänischen
Kulturinstitut in Bukarest statt (3.–7.4.).
Weitere internationale Engagements führten Prof. Küng ans
Tote Meer (Jordanien) mit dem InterAction Council ehemaliger Staats-
und Regierungschefs, sowie nach Lausanne, Madrid,
Santander, Mailand und Nijmegen. Wichtige Vorträge innerhalb Deutschlands hielt er
auf der Computermesse CEBIT in Hannover, auf einem Bildungskongress
in Ulm, auf dem »Nürnberger Forum« zu interreligiöser
Pädagogik in Nürnberg, in der Karl-Rahner-Akademie in Köln,
beim internationalen Kongress »100 Jahre Entdeckung der Alzheimer-Krankheit« in
Tübingen, sowie für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.
Prof. Karl-Josef Kuschel, Vizepräsident der Stiftung,
nahm auf Einladung des Deutsch-Ostasiatischen Wissenschaftsforums der
Universität
Tübingen an einem Symposion in Hongkong teil.
Ausserdem hielt er (neben seinen regulären Lehrverpflichtungen
an der Universität
Tübingen) eine Gastvorlesung an der Universität Basel und
Vorträge in verschiedenen Städten Deutschlands, darunter
in Münster, Berlin (Iranische Botschaft), Saarbrücken (Katholikentag),
München, Mannheim und Kiel (»Tag
der Religionen«).
Dr. Stephan Schlensog war neben seinen vielfältigen organisatorischen,
konzeptionellen und logistischen Aufgaben als Generalsekretär
der Stiftung bundesweit als Referent aktiv und ist hauptverantwortlich
für Konzeption und Realisierung des Internet-Lernprogramms sowie
des Arbeitsbuches für die schulische Arbeit (s.u.).
Dr. Günther Gebhardt war neben seiner Tätigkeit
als persönlicher
Referent Prof. Küngs als Vortragender oder Konferenzmoderator
in verschiedenen Städten Deutschlands (u.a. München, Nürnberg,
Bamberg, Stuttgart, Offenburg)
sowie in Graz (»Tag der Schöpfung«)
und auf zwei Veranstaltungen in Innsbruck aktiv, darunter beim interdisziplinären
Symposion "Ethik im Zeitalter der Globalisierung", und nahm
an der 8.Weltkonferenz der Religionen für den Frieden in Kyoto/Japan teil.
Dr. Martin Bauschke, Vertreter der Stiftung in Berlin und den neuen
Bundesländern (50%), betreute in verschiedenen Städten Ost-
und Norddeutschlands die Wanderausstellung "Weltreligionen - Weltfrieden
- Weltethos" und hielt Vorträge im Bereich Schule und bei
Veranstaltungen unterschiedlicher säkularer wie religiöser
Träger, u.a. in Münster, Chemnitz, Marburg und Glasgow.
Weltethos-Rede
Die 6. Weltethos-Rede an der Universität Tübingen fand am
10.5. statt: Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees,
Dr. Jacques Rogge sprach zum Thema »Global Sport and Global Ethic« und
führte anschliessend einen Dialog mit Hans Küng. Kurz vor
der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland war sein engagiertes
Plädoyer für Fairness im Sportbetrieb von besonderer Aktualität.
Die Rede Jacques Rogges ist auf der Webseite der Stiftung Weltethos
(www.weltethos.org) zu finden und kann als DVD im Internet-Shop der
Stiftung erworben werden.
Weltethos und Wissenschaft
Auf zwei von der Stiftung in Tübingen veranstalteten wissenschaftlichen
Foren wurde der Weltethos-Gedanke in einem breiteren Kontext interdisziplinär
diskutiert:
(1) In einem Wissenschaftlichen Arbeitskreis Weltethos befassten sich
am 12. und 13.5. ein Dutzend Experten aus Theologie, Philosophie, Entwicklungsbiologie
und verschiedenen Bereichen der Ethik mit Fragen zur »Genese
der Moral«.
(2) Ein Symposion »Naturwissenschaft und Religion« brachte
an der Universität Tübingen vom 6. bis 8.7. 25 Fachgelehrte
aus Theologie und verschiedenen Zweigen der Naturwissenschaften, von
Urgeschichte bis Astrophysik, aus Deutschland und der Schweiz zusammen.
Ausgehend von Hans Küngs Buch Der Anfang aller Dinge diskutierten
sie Probleme von Kosmologie, Entstehung des Lebens und des Menschen.
Kooperationspartner der Stiftung war Prof. Dr.
Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender
des GeoForschungsZentrums Potsdam. Die 10 thematischen Einführungsstatements
können von der Webseite der Stiftung Weltethos www.weltethos.org
heruntergeladen werden.
Dr. Stephan Schlensog konnte seine umfassende Arbeit über
die Paradigmenwechsel in der Geschichte der indischen Religion, mit
der er von der Kath.-Theologischen Fakultät der Universität
Tübingen
zum Doktor der Theologie promoviert wurde, im Herbst 2006 beim Piper-Verlag
als »Fortsetzung« von Professor Küngs Religionen-Trilogie
publizieren (s. auch »Neue Publikationen«).
Im Tübinger Studium Generale begann Prof.
Karl-Josef Kuschel im
Wintersemester 2006/07 eine Vorlesungsreihe über Weltreligionen
in der Literatur: Islam. Ausserdem vertiefte er seine Forschungen zur
Person Thomas Manns am Schnittpunkt von Literatur und Weltethos: er
veröffentlichte die Monographie Weihnachten
bei Thomas Mann (Patmos,
Düsseldorf) und hielt im Rahmen der Rotary-Bewegung zwei Vorträge über
Thomas Mann, das rotarische Ethos und das Weltethos.
Dr. Markus Weingardt beendete sein von der Berghof-Stiftung finanziertes
Forschungsprojekt Das Friedenspotential von Religionen
in politischen Gewaltkonflikten. Die Studie (seitens der Stiftung Weltethos von Dr.
Gebhardt begleitet) zeigt u.a. in über 30 Fallstudien aus aller
Welt, wie sich religiöse Akteure in der Praxis erfolgreich bei
der Bearbeitung von Gewaltkonflikten eingesetzt haben. Sie soll 2007
im Verlag Kohlhammer, Stuttgart erscheinen unter dem Titel Religion
Macht Frieden.
Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann, Professor für politische
Philosophie in München, konnte in diesem Jahr sein Buch Weltethos
in philosophischer Perspektive weitgehend abschliessen. Es soll im
Frühjahr 2008 bei Piper, München erscheinen.
Rabbiner Dr. Walter Homolka (Potsdam) hat sich bereit
erklärt,
ein Buch Weltethos – jüdisch verstanden zu verfassen,
ebenso die muslimische Religionspädagogin Rabeya
Müller (Köln)
für ein Buch Weltethos – islamisch verstanden.
Neue
Publikationen und Übersetzungen
• Stephan Schlensog, Der Hinduismus. Glaube,
Geschichte, Ethos (Piper,
München)
• Hans Küng, Der Anfang aller Dinge.
Naturwissenschaft und Religion erschien in italienischer Übersetzung (Rizzoli, Mailand);
englische und französische Ausgaben in Vorbereitung;
• Hans Küng, Spurensuche. Die Weltreligionen
auf dem Weg ist nun auch in tschechischer Ausgabe erhältlich (CDK, Brno);
• Die Filme zur Spurensuche liegen in japanischer Version vor (Maruzen,
Tokio);
• Hans Küng, Das Judentum wurde auf Rumänisch veröffentlicht
(Hasefer, Bukarest)
• Hans Küng, Der Islam erschien auf Niederländisch (Ten
Have, Kampen) und Spanisch (Trotta, Madrid); englische Ausgabe für
April 2007 geplant (Oneworld, Oxford);
• Hans Küng, Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft erschien auf Georgisch;
• Hans Küng/Karl-Josef Kuschel (Hg.), Wissenschaft
und Weltethos wurde auf Spanisch veröffentlicht (Trotta, Madrid)
• Hans Küng, Wozu Weltethos? erschien auf Deutsch in erweiterter
und aktualisierter Neuauflage (Herder, Freiburg/Brsg.) und wurde in
Brasilien auf Portugiesisch veröffentlicht (Loyola, Sao Paulo)
• Karl-Josef Kuschel, Wie die sich begegnenden
Kulturen ethische Grundlagen finden können … Zum
Diskurs zwischen Joseph Ratzinger, Jürgen
Habermas und Hans Küng, in: Politische Studien, Themenheft
1/2006
• Die Erklärung zum Weltethos kann nun in 12 Sprachen
von der Webseite der Stiftung Weltethos (www.weltethos.org) als pdf-Dokument
heruntergeladen werden.
Auch 2006 waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Stiftung wieder angefragt für Beiträge zur Weltethos-Thematik in den unterschiedlichsten
Zeitschriften, Sammelbänden und anderen Publikationen.
Weltethos
in Bildungsarbeit und Schule
Die festen und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung
waren wieder bei einer Vielzahl von Bildungsveranstaltungen in
Zusammenarbeit mit verschiedensten säkularen und religiösen
Partnern und bei Lehrerfortbildungen tätig.
Neben dem Tübinger Team
(Dr. Stephan Schlensog, Dr. Günther Gebhardt und Dr.
Markus Weingardt) vor allem Dr. Martin Bauschke (Berlin), Religionslehrer
Walter Lange (Castrop-Rauxel), PD Dr. Johannes Rehm (Bamberg, jetzt
Nürnberg), Dr. Christel Hasselmann (Hannover), Dr. Helga Offermanns
(Wiesbaden), Anke Gehrt-Woitzik und Katrin Ziesecke (Leipzig), sowie
Prof. em. Dr. Hermann Häring (früher Nijmegen, jetzt Tübingen).
In der Ausbildung von evangelischen Religionslehrerinnen und -lehrern
an der Universität Erlangen-Nürnberg verleiht schon seit
vielen Jahren Prof. Dr. Johannes Lähnemann dem Weltethos-Gedanken
einen wichtigen Stellenwert. Auch nach seiner Emeritierung (Sommer
2006) setzt er sich weiter dafür ein.
Alle Termine von Vorträgen und Lehrerfortbildungen unserer Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen sind auf der Webseite der Stiftung aufgelistet.
Gut vorangekommen ist in diesem Jahr die Entwicklung des Arbeitsbuchs
Weltethos mit Materialien und Unterrichtsentwürfen für
die schulische Bildungsarbeit zum Thema Weltethos. Unter Federführung
von Dr. Schlensog arbeiten daran die Lehrkräfte Walter Lange,
Anke Gehrt-Woitzik und Katrin Ziesecke, mit Beiträgen auch von
anderen Lehrkräften. Dieses gut 200seitige Loseblatt-Werk soll
im Herbst 2007 erscheinen.
Weltethos im Internet
Mit durchschnittlich 2500 Zugriffen täglich, bei steigender Tendenz,
entwickelt sich die Internetpräsenz der Stiftung
(www.weltethos.org und Schulserver www.schule-weltethos.de) zunehmend
zu ihrem wichtigsten Kommunikationsorgan. Auch der »Internet
Shop«, über
den ein umfangreiches Angebot an didaktischen Materialien, Medien und
Büchern bequem bestellt werden kann, erfreut sich grosser Beliebtheit.
Der Buchversand über den Shop ist portofrei!
Die Webseite der Stiftung in französischer Sprache wurde in diesem
Jahr vor allem durch die Stiftung Weltethos Schweiz unter Federführung
von lic. phil. Guido Baumann, unterstützt von Dr. Gebhardt und
Julia Willke, umfassend erneuert, beträchtlich erweitert und sprachlich
verbessert.
Weit fortgeschritten sind die Arbeiten an dem interaktiven
Internet-Lernprogramm A Global
Ethic Now. Unter der Leitung von Dr. Schlensog ist hier vor
allem die eigens dafür eingestellte Projektmitarbeiterin Julia
Willke M.A. tätig. Ab Herbst 2007 soll diese Lernplattform zum
Thema Weltethos, zu den Weltreligionen, zur Weltethos-Thematik in Politik
und Wirtschaft und zu Wertefragen allgemein in englisch und deutsch
benutzbar sein.
Ausstellung »Weltreligionen – Weltfrieden
– Weltethos«
Die Ausstellungsbroschüre liegt nun auf Deutsch, Englisch, Französisch,
Italienisch, Spanisch, Chinesisch und Bahasa Malaysia vor. Die Wanderausstellung
in ihren verschiedenen Versionen erfreut sich vor allem in Deutschland
und der Schweiz weiterhin grosser Beliebtheit.
• In Deutschland wurde sie dieses Jahr gezeigt in: Arnstadt, Breitenbrunn,
Aalen, Essen, Emden, Zeitz, Zwenkau, Bersenbrück, Siegen, Wittmund,
Dortmund, Münster, Rottweil, Hamburg (2 Orte), Wolfenbüttel,
Brück und Datteln. Um die Verbreitung der Wanderausstellung machten
sich besonders Dr. Martin Bauschke (Berlin) und Religionslehrer Walter
Lange (Castrop-Rauxel) verdient.
• In der Schweiz, organisiert von lic. phil. Guido Baumann: Davos,
Biel/Bienne, Porrentruy, La Chaux-de-Fonds, St. Gallen, Lausanne, Neuchâtel,
Romanshorn, Nyon, Morges.
• In Grossbritannien, koordiniert von Rev. Alan Race (Leicester): London
(2 Orte), Newcastle und Brighton.
Weltethos-Stiftungen in verschiedenen
Ländern
Auch die Weltethos-Stiftungen in der Schweiz, in Österreich und
der Tschechi-schen Republik haben mit ihren je eigenen Schwerpunkten
wieder Aktivitäten in der Bildungsarbeit, im Schulbereich und
in der akademischen Reflexion durchgeführt.
In der Schweiz lag der Schwerpunkt der Aktivitäten
im französischen
Sprachraum. Der Start des Schulwettbewerbs zum Weltethos »Main
dans la main« (www.mdlm.ch) in Neuchâtel am 30.8. fand
ein breites Medienecho. Der Wettbewerb wird von einer hochkarätigen
repräsentativen Jury begleitet und am 23.5.2007 mit der Preisverleihung
in Lausanne abgeschlossen. Alle diese Aktivitäten sowie weitere
Bildungsarbeit koordinierte der Geschäftsführer der Stiftung
Weltethos Schweiz, lic.phil. Guido Baumann, der aber leider seine Arbeit
für unsere Stiftung Mitte 2007 auf eigenen Wunsch beenden wird,
da er eine neue Aufgabe in Thailand übernimmt. Die Geschäftsstelle
der Stiftung Weltethos Schweiz wurde inzwischen in das renommierte
interreligiös orientierte Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn
bei Zug verlegt.
Die Initiative Weltethos Österreich (www.weltethos.at) führte
vom 9.10.2006 bis 29.1.2007 wiederum eine Ringvorlesung an der Universität
Wien durch, organisiert von Prof. Dr. Erwin Bader. Zu der gut besuchten
interdisziplinären Vorlesungsreihe "Weltethos und Globalisierung" waren
15 Referenten aus Österreich und dem Ausland eingeladen. Vor allem
Generalsekretärin Mag. Edith Riether schaltete sich mit einem
speziellen Arbeitskreis "Ethikunterricht" in die Bemühungen
um die Einführung eines Ethikunterrichts an den österreichischen
Schulen ein. Als von der Initiative Weltethos unabhängige Einrichtung
arbeitet das "Innsbrucker Forum zur wissenschaftlichen Förderung
des Projekts Weltethos" unter Leitung von Prof. Dr. Helmut Reinalter.
Es organisierte in Innsbruck ein Symposion "Ethik im Zeitalter
des Globalisierung" (13.-14.10.), an dem u.a. Dr. Günther
Gebhardt, Prof. Hermann Häring und Prof. Hans-Martin Schönherr-Mann
teilnahmen.
In Tschechien konnte der Gründer und Vorsitzende der dortigen
Stiftung Weltethos, Senator i.R. Dr. Karel Floss dieses Jahr seinen
80. Geburtstag begehen. Er engagiert sich weiterhin, die Weltethos-Idee
vor allem in politischen und universitären Kreisen und bei Veranstaltungen
des von ihm geleiteten Prokopius-Zentrums in Sazava zu verbreiten und
konnte neue Kontakte zu Verantwortlichen im Schulbereich aufbauen.
Die Bücher Spurensuche und Brücken in die Zukunft.
Eine Initiative von Kofi Annan konnten durch Initiative der Stiftung Weltethos Tschechien
auf Tschechisch erscheinen.
In Mexiko wurde dieses Jahr eine neue Stiftung Weltethos
gegründet
(s. oben, »Weltethos international«). Für März
2007 sind dort verschiedene Veranstaltungen mit Hans Küng geplant.
Ehrung
Am 3.12. wurde Prof. Küng in Köln der Lew
Kopelew Preis für
Frieden und Menschenrechte 2006 verliehen, und dies »für
seinen unermüdlichen Einsatz um ein besseres Verständnis
zwischen den grossen Religionen der Welt«. In ihrer Laudatio
plädierte
die Aussenministerin der Schweiz, Micheline Calmy-Rey, für eine »kosmopolitische
Ethik« als Grundlage des Zusammenlebens und der Politik. Die
Reden sind auf der Homepage der Stiftung zu lesen.
Freundeskreis
Seit den Anfangsjahren der Stiftung konnten »Sympathisanten« gegen
einen geringen Jahresbeitrag einem Freundeskreis der Stiftung Weltethos
beitreten und wurden dafür immer wieder mit Informationen versorgt.
Der Freundeskreis wurde von Herrn Volker Hollmann (Tübingen) betreut.
Da inzwischen aber umfassende Information über die Stiftung jederzeit
im Internet verfügbar ist und leider auch die Zahlung der Jahresbeiträge
von seiten vieler Mitglieder sehr unzuverlässig erfolgte, hat
sich die Betreuung des Freundeskreises als unverhältnismässig
aufwendig und unergiebig erwiesen, nicht zuletzt finanziell. Der Stiftungsvorstand
hat daher beschlossen, den Freundeskreis mit Jahresende 2007 einzustellen.
Wir bitten alle Mitglieder um Verständnis und danken Herrn Hollmann
herzlich für sein jahrelanges zuverlässiges Engagement.
Weitere Informationen über die Stiftung Weltethos, ihre laufenden
Aktivitäten und aktuellen Publikationen sowie Arbeitsmaterialien
und eine ausführliche Bibliographie finden Sie im Internet unter
www.weltethos.org.
Dank an die Kuratorien
Ein besonderer Dank sei den Mitgliedern der Kuratorien unserer Stiftung
in Deutschland und der Schweiz gesagt. Das Kuratorium
Deutschland ist der Stiftung bereits in ihrer Gründungsphase mit Rat und
Tat zur Seite gestanden. Leider ist einer der wichtigsten Berater,
Prof. Dr. Norbert Kloten, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität
Tübingen, in diesem Jahr verstorben. Dem Kuratorium gehören
derzeit an: Dr. Peter Adolff (Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand
KG) Prof. Dr. Heinz Dieter Assmann (Direktor des Juristischen Seminars
der Universität Tübingen), Dr. Wolfram Freudenberg (Freudenberg-Stiftung),
Dr. Siegfried Jaschinski (Vorsitzender des Vorstands der Landesbank
Baden-Württemberg), Prof. Dr. Horst Köhler (Bundespräsident,
Mitgliedschaft ruht während der Amtszeit), Dr. Nicola Leibinger-Kammüller
(Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf GmbH + Co
KG), Dr. h.c. Erwin Teufel, MdL (Ministerpräsident a.D.), Prof.
Dr. h.c. Reinhold Würth (Vorsitzender des Beirats der Würth-Gruppe).
Erst vor wenigen Jahren wurde auch in der Schweiz ein Kuratorium
für
die dortige Stiftung Weltethos aufgebaut. Ihm gehören an: lic.
iur. Hans Ambühl (Generalsekretär der Konferenz der kantonalen
Erziehungsdirektoren), alt Ständerätin Christine Beerli (Direktorin
der FH Biel), lic. oec. Adrian Gut (CEO, Horizon21 Management Services),
Dr. Erwin Koller (Abteilungsleiter Schweizer Fernsehen a. D.), Prof.
Dr. Klaus Leisinger (Präsident und CEO Novartis Stiftung für
Nachhaltige Entwicklung), Prof. Dr. Frido Mann (Theologe und Schriftsteller),
alt Ständerat Prof. Dr. Gilles Petitpierre (Universität Genf),
Prof. Dr. Alois Riklin (Universität St. Gallen), Dr. Robert Sutz
(alt Generaldirektor UBS).
Unser Team
All die vielfältigen Aktivitäten der Stiftung Weltethos waren
auch im Jahr 2006 nur zu leisten durch den grossen Einsatz des gesamten
Teams, besonders auch des Sekretariats mit Chefsekretärin Inge
Baumann, unterstützt auf Teilzeitbasis von ihrer Vorgängerin
Eleonore Henn. Stiftungsassistentin Anette Stuber-Rousselle M.A. ist
vor allem für die Erstellung der umfangreichen Manuskripte und
die laufende Bibliographie zuständig, Dr. Markus Weingardt für
Buchhaltung und gelegentliche Vortragstätigkeit. Speziell für
die Arbeit am Internet-Lernprogramm wurde Julia Willke M.A. angestellt.
Wertvolle praktische Arbeit leisteten auch die studentischen Hilfskräfte
Carina Geldhauser (bis Herbst 2006) und Ulf Günnewig, seit Herbst
auch die Gymnasiastin Katja Flatters.
Die Stiftung Weltethos dankt auch allen Freunden und Förderern
für ihre Unterstützung, die für die Stiftungstätigkeit
unverzichtbar ist. Jeder noch so kleine Beitrag bedeutet für unsere
Stiftung eine große Hilfe.
Tübingen, im Februar
2007
Dr. Günther Gebhardt
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