| 1998 – Drei Jahre Stiftung Weltethos |
Gemessen
an einem Menschenleben oder auch an der traditionsreichen Geschichte
zahlloser gesellschaftlicher Einrichtungen sind drei Jahre eine sehr
kurze Zeit. Die Stiftung Weltethos ist wahrlich noch jung. Nach ihrer
Gründung durch Graf K. K. von der Groeben und nach der Genehmigung
durch das Regierungspräsidium Tübingen wurde die Stiftung
Weltethos für interkulturelle und interreligiöse Forschung,
Bildung und Begegnung am 23. Oktober 1995 mit einem Festakt
und einer Festrede von Professor Dr. Hans Küng über »Weltethos
und Erziehung« an der Universität Tübingen offiziell
ins Leben gerufen. Die Aufgaben der Stiftung lassen sich gemäß der
Satzung vom 18. September 1995 folgenden drei Bereichen zuordnen: Organisation Leitung und Mitarbeit Kuratorium Die Beratungstätigkeit konzentriert sich vor allem auf die Verwirklichung
des Stiftungszweckes und diesem zugeordneten vorrangigen Aufgaben wie
Vermögensverwaltung, Personalangelegenheiten, »Social-Marketing«,
Medienbeobachtung und internationale Kontaktbildung. Zu den Mitgliedern
des Kuratoriums, die vom Stiftungsvorstand in ihrer ehrenamtlichen
Tätigkeit für fünf Jahre berufen wurden und sich gemäß der
Satzung insbesondere dem Stiftungszweck verbunden fühlen, zählen:
Dr. Wolfgang Freudenberg, Dr. Uwe Jens Jasper, Prof. Dr. Norbert Kloten,
Dr. Horst Köhler, Prof. Dr. Peter Littmann, Dr. Klaus Rehmann,
Reinhold Würth. Gründung Stiftung Weltethos Schweiz Gründung Stiftung Weltethos Prag |
Durchführung
und Förderung Publikationen Über die unmittelbare Forschungsarbeit hinaus fördert die
Stiftung mit Übersetzungs- und Druckkostenzuschüssen die
Publikation der bereits vorhandenen Literatur zum Thema Weltethos («Projekt
Weltethos«, »Erklärung zum Weltethos«, »Ja
zum Weltethos« etc.) im Ausland, besonders in Osteuropa, aber
auch in Ostasien. Forschungsprojekte Die Studien zu längerfristigen Projekten, wie der dritte Band
von Professor Küngs Trilogie zur religiösen Situation der
Zeit, »Der Islam«, oder Professor Kuschels »Biblische
Theologie der Weltreligionen« konnten im Rahmen der
Stiftungsarbeit weiter vorangebracht werden. Konferenzen und Symposien Die Stiftung Weltethos kann auf eine ganze Reihe auch international
bedeutsamer und erfolgreich durchgeführter Konferenzen und wissenschaftlicher
Symposien zurückblicken: Erfreulicherweise ist es der Stiftung gelungen, die vorhandenen Kontakte
zunächst in der Volksrepublik China, dann auch in Indien aufzubauen
und die Kongresse – gewissermaßen als Pilotprojekte – erfolgreich
durchzuführen. Für China und Indien sind im Lauf der nächsten
Jahre Fortsetzungen der bereits erfolgten Kongresse geplant: eine Internationalisierung
der Teilnehmerkreise wird angestrebt. |
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Anregung
und Durchführung Basisinformation Bereitstellung von Literatur und Arbeitsmaterialien Internet-Homepage Freundeskreis Schul- und Jugendbereich Eine Jury von neun namhaften Hochschuldozenten und -dozentinnen aus dem gesamten Bundesgebiet wurde gebildet aus den Bereichen Allgemeine Pädagogik, Religionspädagogik und Erwachsenenbildung. Für die Koordination und Durchführung der Jury-Tätigkeiten konnten als Vorsitzende die Professoren Dr. Karl Ernst Nipkow und Dr. Albert Biesinger – beide Universität Tübingen – gewonnen werden. Im Mai 1998 standen 16 Preisträgerinnen und Preisträger fest, die jeweils ein Preisgeld von DM 2.000 und einen Sachpreis erhielten. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposions »Weltethos in Schule und Bildung« fand am 11. Juli 1998 die öffentliche Preisverleihung in Tübingen statt. Der Wettbewerb hat gezeigt, daß sich das Thema Weltethos für alle Schularten und Klassenstufen eignet und sich dadurch insbesondere auch zur Aufnahme in die Lehrpläne empfiehlt. Deshalb sollen die ausgezeichneten Beiträge auch einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden im Rahmen einer Publikation – gemeinsam oder nach Schularten getrennt -, die für das Jahr 1999 geplant ist. Ab Ende 1998 wird es eine Auswahl von Unterrichtsmodellen und Arbeitshilfen
geben für Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien, die gemeinsam
mit dem Landesinstitut für Erziehung und Unterricht (LEU) des
Landes Baden-Württemberg konzipiert und von der Stiftung realisiert
wurden. Mit Beginn des Schuljahres 1998/99 wurde in der Schweiz ein Unterrichtswettbewerb nach Vorbild des in Deutschland erfolgreich durchgeführten Wettbewerbes in Kooperation mit der neugegründeten schweizerischen Stiftung Bildung und Entwicklung gestartet. Ein siebenköpfige Jury mit dem Vorsitzenden Professor Dr. Klaus Wegenast (Universität Bern) wurde bereits gebildet. Überlegt wird zum einen, ob nach erfolgreicher Durchführung des Wettbewerbes in der Schweiz eine vergleichbare Aktion auch für Österreich organisiert werden sollte, und zum andern, ob nicht – aufgrund der nachhaltig positiven Reaktionen zum Wettbewerb in Deutschland – ein ständiger, turnusmäßig auszulobender Pädagogik-Preis der Stiftung vergeben werden könnte. Ferner sollen die deutschen Schulen im Ausland zu einer weiteren wichtigen Zielgruppe der Aktivitäten im schulischen Kontext werden. Unter verschiedenen Schulprojekten, die oft in Eigeninitiative der Lehrenden durchgeführt wurden und zumindest mit der Zur-Verfügung-Stellung der Basis-Materialien durch die Stiftung gefördert werden, ist das unmittelbar unterstützte Projekt »Gute Nachbarschaft« in besonderer Weise hervorzuheben: Der Pädagoge Walter Lange initiierte und begleitet dieses Projekt an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Castrop-Rauxel. Es zielt auf die Vorbereitung und den Aufbau vertrauensbildender Maßnahmen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Religionen und Kulturen an dieser Schule, insbesondere zwischen Christen und Muslimen. Dabei geht es sowohl darum, die Schüler verschiedener Kultur- und Religionsgemeinschaften untereinander ins Gespräch zu bringen, Kommunikationsprobleme zwischen Eltern und Schülern lösen zu helfen, als auch zwischen den Eltern Kontakte zu ermöglichen und zu vermitteln. Die Willy-Brandt-Gesamtschule führt dazu gezielt einzelne Veranstaltungen und Projekte durch, etwa: den gemeinsamen Besuch von religiösen Stätten: Kirchen, Klöster, Moscheen und Synagogen; die gemeinsame Teilnahme an »Tagen religiöser Orientierung« im Kloster Gerleve oder in der Jugendbildungsstätte Hardehausen; Gespräche im Religionsunterricht über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen Religionsgemeinschaft; gemeinsame Projekttage »Begegnung mit dem Fremden«, u. a. Kontakte zu einer Jugendarrestanstalt, zu Obdachlosen am Bahnhof, zu Behinderten usw.; Organisierung eines »Tages der Menschenrechte«. Wichtige Grundlagenarbeit zur Umsetzung der Weltethos-Thematik im
Kontext der Religionspädagogik leistet Professor Dr. Johannes
Lähnemann (Erlangen-Nürnberg). Er hat dafür u. a.
im Jahre 1994 das »V. Nürnberger Forum« veranstaltet,
dessen Ergebnisse in J. Lähnemann (Hrsg.), »Das 'Projekt
Weltethos' in der Erziehung« (Hamburg 1995) dokumentiert sind.
Zur Zeit werden von ihm die Wettbewerbsbeiträge zur Publikation
vorbereitet sowie Forschungsprojekte zur Thematik betreut. Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften Allgemein interessierte Erwachsene Neben der Grundlagenvermittlung galt es in der Vergangenheit zunehmend, die Weltethos-Thematik im Hinblick auf bestimmte Entwicklungen, spezifische Fragestellungen und aktuelle Probleme zu konkretisieren. Wie die folgende Auswahl an Stichworten veranschaulicht, wurde rund um die Weltethos-Idee ein breites Panorama an Themen entfaltet und vermittelt: Globaler Markt, Kampf der Kulturen, Abrahamische Ökumene, Indische Ethik, Islam, Menschenpflichten, (Welt-)Wirtschaft, (Welt-)Politik, Erziehung, Wertevermittlung, Europäische Wertegemeinschaft, usf. Rund 300 Bildungsveranstaltungen wurden von den Referentinnen und
Referenten während der letzten drei Jahre im gesamten Bundesgebiet,
aber auch in europäischen Nachbarländern und darüber
hinaus bestritten: Vortragsabende in Gemeinden, in Volkshochschulen,
Tagungen und Lehrveranstaltungen in Akademien, Schulen und Hochschulen,
Seminare und Workshops bei Verbänden und Organisationen. Da nicht
zuletzt durch die Kürzungsmaßnahmen der öffentlichen
Haushalte der letzten Jahre viele Institutionen immer seltener über
ausreichende Mittel für derartige Bildungsveranstaltungen verfügen, übernimmt
die Stiftung bei Bedarf die Reisekosten und einen Teil des Honorars. Fachkreise und internationales Publikum • »Weltpolitik und Weltethos. Frommer Wunsch oder Realutopie?«: Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing (1995); • InterAction Council ehemaliger Regierungs- und Staatschefs mit der Expertenkonferenz »Auf der Suche nach globalen ethischen Standards« in Wien (1996); • The First World Congress of Business, Economics and Ethics in Tokio: »The Need of a Global Ethic in the Context of International Business« (1996); • V. Centenario de la Universidad Santiago de Compostela: »Etica mundial y educación« (1996); • International Council of Christians and Jews: Towards a Global Ethic, in Mainz: »Weltreligionen – Weltethos – Weltfrieden« (1996); • Universitätsvorträge in Peking und Xian über »World Religions – World Peace – World Ethic« (1996); • 54o Corso di Studi Cristiani in Assisi: »Religioni mondiali – pace mondiale – etica mondiale« (1996); • Académie Internationale des Sciences Religieuses in Chambésy/Genf: »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos« (1996); • The Power of Culture, im Auftrag des Niederländischen Außenministeriums, in Amsterdam: »A New Global Ethic« (1996); • Tercer Milenio Projeto »Challenges of the New Millennium – Managing
the Future« in Zusammenarbeit mit der UNESCO in Valencia: »A
New Ethics for the New Millennium« (1997); • UNESCO Universal Ethics Project in Paris: »Global Ethic« (1997) und in Neapel: »A Global Ethic for a New Global Order« (1997); • Begleitung des Staatsbesuchs von Bundespräsident Roman Herzog in Malaysia; Vortrag in Kuala Lumpur: »Towards a Universal Civilization« (1997); • 6th Indira Gandhi Conference »Post Colonial World: Interdependence and Identities« in Delhi/Indien, zum Thema: »Shaping the ðOne World DreamЫ (1997); • InterAction Council: Zunächst Experten- und Vorbereitungstreffen in Wien (1997) und dann Vollversammlung zum Vorschlag einer »Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten« in Noordwijk (1997). Der Textentwurf, der der Menschenpflichten-Erklärung zugrunde lag, wurde im Wesentlichen von Professor Küng und in enger substantieller Anlehnung an die Weltethos-Erklärung von Chicago 1993 erarbeitet; • FORUM 2000 Conference in Prag: »Sustainable Development and a Global Ethic« sowie Evangelisch-Theologische Fakultät der Karls-Universität Prag: »Auf der Suche nach einem neuen Ethos« (1998); • International Forum von Asahi Shimbun in Kyoto: »In Search for a New Ethic Toward the 21st Century« (1998); • Annual Meeting International Federation of Stock Exchanges
in Kuala Lumpur: »Ethical Standards for International Financial
Transactions« (1998). Für sein außergewöhnliches Bemühen um die Verwirklichung
eines globalen Ethos wurde Professor Küng der Theodor-Heuss-Preis
1998 verliehen. Der vom ZDF live übertragene Festakt
der Verleihung des 34. Theodor-Heuss-Preises fand am 18. April
1998 in Stuttgart statt und stand unter dem Leitwort »Auf der
Suche nach einem neuen Ethos – weltweit und zuhaus«. Professor
Küng wurde der Preis zuerkannt »für sein unermüdliches,
lebenslanges Engagement in religiösen, philosophischen und ethischen
Existenzfragen unserer Zeit« und für seinen entscheidenden
Beitrag »zur Formulierung einer ethischen Grundorientierung der
Weltgesellschaft zugunsten einer friedlicheren, gerechteren und humaneren
Welt«. Aufgrund seines »außerordentlichen Beitrags zum interreligiösen
Dialog« wurde Hans Küng am 20. Oktober 1998 in London mit
der »Interfaith Gold Medallion« des Internationalen
Rates der Christen und Juden ausgezeichnet, der eine Dachorganisation
für 29 nationale jüdisch-christliche Dialogorganisationen
weltweit darstellt. Das Engagement für ein Weltethos – neben der theologischen Lebensleistung – war Anlaß für die Schweizer Gemeinde Sursee, Vaterstadt von Hans Küng, ihn zum ersten Ehrenbürger zu ernennen. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen engagiert sich Professor Dr. Karl-Josef Kuschel regelmäßig für die Stiftung: mit zahlreichen Einzelvorträgen zur Weltethos-Thematik und vor allem durch den Aufbau und die internationale Vernetzung von Aktivitäten im Bereich der »abrahamischen Ökumene«. Für einzelne Länder sind folgende Beispiele zu nennen: • Auf einem Symposion in der Katholischen Akademie Stuttgart-Hohenheim vom 2.-4. Juni 1997 konnten unter seiner Federführung namhafte Vertreter des Judentums, des Islam und des Christentums aus Deutschland versammelt werden, um intensiv die Probleme ihrer Glaubensgemeinschaft zu reflektieren und Möglichkeiten eines Miteinanders auszuloten. • Im Mai 1997 Kontaktaufnahme mit der Academy for Judaic, Christian and Muslim Studies in Los Angeles, eine der wenigen Institutionen in den Vereinigten Staaten, die programmatisch den Trialog zwischen Juden, Christen und Muslimen pflegt. Während eines Besuchs vom 1.-4. November 1997 hielt Kuschel die Festrede zum 20jährigen Bestehen der Academy. • Im März 1998 Begegnung mit Repräsentanten der Children of Abraham Foundation in Stockholm/Schweden anläßlich eines vom Goethe-Institut Stockholm organisierten Kolloquiums über den Islam in Europa. Die Children of Abraham Foundation hat ihren Schwerpunkt bei der Ausarbeitung konkreter Unterrichtsmodelle für die interreligiöse Erziehung christlicher, jüdischer, muslimischer und nicht religionsgebundener Kinder. • Im Juni 1998 Besuch von Pfarrer Christoph Ziemer, einem evangelischen Theologen, der Mitbegründer der Friedensinitiative »Abraham« in Sarajewo/Bosnien-Herzegowina ist. Nach Intensivierung der Kontakte zu »Abraham« sind für Dezember 1998 Gastvorträge vor Ort geplant, die auch dazu dienen sollen, die Beziehungen zwischen dieser Initiative und der Stiftung zu verstärken. • Im Oktober 1998 Kontaktaufnahme zum »Three Faith Forum« in Großbritannien, einer Organisation, die interreligiöse Verständigungsarbeit konkret vor Ort in institutionalisierter Form durchführt. Die Erfahrungen dieser Organisation zusammen mit den Erfahrungen der »Fraternité d'Abraham« in Frankeich, zu der noch Kontakt aufgenommen werden soll, sind von grundlegender Bedeutung, um auch in Deutschland die Beziehungen zwischen Juden, Christen und Muslimen stärker als bisher zu institutionalisieren. • Der spezielle Dialog Christentum – Islam wurde in den letzten drei Jahren international geführt, etwa durch die Teilnahme von Karl-Josef Kuschel an der International Conference on Muslim-Christian Relations in Jakarta/Indonesien vom 7.-9. August 1997. Eine weitere Konferenz in Indonesien, dem größten muslimischen Land der Erde, ist 1999 vorgesehen. Die Forschungsarbeit wurde parallel zu diesen internationalen Kontakten kontinuierlich und intensiv fortgeführt. Als eine dichte Zwischenbilanz der interkulturellen Studien und Bemühungen von Prof. Kuschel erschien 1997 der Band »Im Spiegel der Dichter. Mensch, Gott und Jesus in der Literatur des 20. Jahrhunderts« (bei Patmos/Düsseldorf). 1998 wurde die bereits oben aufgeführte grundlegende Studie zu Lessing: »Vom Streit zum Wettstreit der Religionen. Lessing und die Herausforderung des Islam« (ebenfalls Patmos) im jüngst gestarteten Forschungsprojekt »Literatur und Weltreligionen« veröffentlicht. Das Engagement und die Bemühungen um eine interkulturelle und interreligiöse Verständigung haben zu zwei bedeutsamen Ehrungen geführt. Am 30. Mai 1997 wurde Karl-Josef Kuschel durch die Theologische Fakultät der Universität Lund/Schweden ein Ehrendoktorat verliehen. Am 13. Dezember 1998 wird er den Medienpreis des Islam-Archivs Deutschland in Soest insbesondere für sein Lessing-Buch erhalten. Daß die Weltethos-Idee durchaus auch eine besondere Relevanz
für praxisbezogene Lebensbereiche haben kann, hat die Zusammenarbeit
mit der Organisation Tourism Watch gezeigt. Dieser Kooperation ist
es zu verdanken, daß die Grundgedanken und Weisungen des Weltethos
Eingang gefunden haben in ein Dokument, welches der World Tourism Organisation
zur Vorbereitung und als Textgrundlage für einen Global Code of
Ethics for Tourism dient. Der Stiftung Weltethos wird auch in Zukunft
daran gelegen sein, vergleichbare Kooperationen zu realisieren, um
die Chancen der Anwendung und Umsetzung der Weltethos-Idee in die diversen
Lebensbereiche der Menschen hinein zu nutzen. Siebenteilige Fernseh-Dokumentationsserie |
Ermöglichung
und Unterstützung der zur Forschungs- und Bildungsarbeit notwendigen
interkulturellen und interreligiösen Begegnung Neben den zahlreichen schwerpunktmäßig wissenschaftlich
orientierten Kongressen und Konferenzen, die neben dem Wissens- und
Erfahrungsaustausch stets auch einen wertvollen interkulturellen und
interreligiösen Begegnungscharakter haben, ist an dieser Stelle
ein aufwendiges und besonderes Projekt zu nennen: Das zweiwöchige
Jugendcamp »Find Your World«. Erstmals
sollten Jugendliche aus Judentum, Christentum und Islam miteinander
leben. Das Camp in Tirol diente vor allem dazu, die Weltethos-Idee
einmal ganz praktisch in den Alltag hineinzunehmen und hineinzuleben – getragen
auch von der Grundüberzeugung, daß diese Idee nur dann eine
Zukunft haben kann, wenn Jugendliche das Projekt zu leben lernen. Aufwendig
und überaus kreativ dokumentiert ist das Jugendcamp in der »Provo«-Ausgabe
Nr. 3 vom Oktober 1997, das als Jugendmagazin der Zeitschrift
Publik Forum beilag. Auf dem Evangelischen Kirchentag im Juni 1997 in
Leipzig hatte Professor Küng zusammen mit seinem Team die Möglichkeit,
das Anliegen des Weltethos vor einem großen Publikum auf einer
der Hauptveranstaltungen unter dem Leitwort »Das Antlitz der
Erde erneuern« vorzustellen. Auf der Europäischen
Kirchenversammlung in Graz präsentierte Hans Küng
die Weltethos-Idee am 26. Juni 1997. 1998 wurde auf dem Katholikentag
in Mainz unter der Moderation von Professor Kuschel das Thema
Weltethos unter dem Aspekt der interkulturellen und interreligiösen
Herausforderungen auf einem der zentralen Podien diskutiert. Engere und regelmäßige Kontakte kennzeichnen die Beziehungen
zur Karl Kübel Stiftung. Dies konnte insbesondere
dadurch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht werden, daß Professor
Küng die Laudatio auf den Träger des Karl Kübel Preises
1997 gehalten hat, der unter dem Leitwort »Familie – religiös
und tolerant« vergeben wurde: Ausgezeichnet wurde das Institut
für Deutsch-Türkische Integrationsforschung in Mannheim.
Ferner wurden fünf weitere interreligiöse Initiativen und
Einrichtungen geehrt. |
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Zum
SchluSS Unsere erste große Tätigkeitsbilanz gibt uns nicht nur
Anlaß auf das umfangreich Geleistete stolz zu sein, sondern zeigt
auch wie gefragt und wie notwendig, wie wichtig und wie wegweisend
für das 21. Jahrhundert das Engagement und die zahlreichen
Tätigkeiten der Stiftung Weltethos auf den vielen Feldern der
interkulturellen und interreligiösen Forschung, Bildung und Begegnung
wie auch in der Orientierungsleistung für Mensch, Gesellschaft
und Welt sind. Das bislang Erreichte im Kleinen wie im Großen
sind Grund und Ermutigung, die Herausforderungen unserer Zeit anzunehmen
und sich für ein gemeinsames Ethos in der einen gemeinsamen Welt
mit den gegebenen Möglichkeiten und Fähigkeiten einzusetzen. Damit dieses umfangreiche Engagement auch in Zukunft gewährleistet
ist, bedarf es insbesondere einer erheblichen finanziellen
Unterstützung der Tätigkeiten und Zielsetzung der
Stiftung Weltethos, nicht zuletzt um auch kostenintensive Projekte
durchführen zu können. Mit den jährlichen Kapitalerträgen
der Stiftung werden vor allem die Personal- und laufenden Betriebskosten
bestritten. Allen, die in den vergangenen drei Jahren die Stiftung Weltethos in
ihren Aktivitäten finanziell oder ideell unterstützt haben,
sei hier – den Stiftungsbericht abschließend – ein
großer Dank gesagt. Tübingen, im November 1998 |
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