| Bericht
2007 als pdf |
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Wer
hätte vor zwölf Jahren gedacht, dass sich die Weltethos-Idee
zu einer weltweit viel beachteten Programmatik entwickeln würde
mit einer umfassenden Agenda für interkulturelle Verständigung,
Dialog und Wertevermittlung? Wer hätte damals gedacht, dass ein
kleines, aber effizientes Team um Hans Küng in der Lage sein könnte,
nicht nur umfassende Grundlagenforschung in diesen Fragen zu betreiben,
sondern auch vielfältige Wege zu deren Verbreitung und Umsetzung
zu entwickeln und weltweit Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Religionen
und Kultur für dieses Thema zu begeistern?
Dies alles war nur möglich, weil schon früh die wissenschaftlichen
Grundlagen dafür gelegt wurden mit theologischen Werken von Prof.
Küng in den 1960er und 1970er Jahren und mit der Erweiterung der
theologischen Perspektiven auf die Weltreligionen in den Jahren danach.
Konsequent folgte dann der Schritt zur Weltethos-Thematik, und dank
der großzügigen Initiative von Graf Karl Konrad von der
Groeben konnte 1995 schließlich unsere Stiftung gegründet
werden. Seither wurde die wissenschaftliche Konsolidierung dieses Themas
weiter vorangetrieben mit umfassenden Arbeiten zu den Weltreligionen
und zu unterschiedlichsten Aspekten des Weltethos in Kultur, Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft. Instrumente zur Verbreitung und Vermittlung
der Thematik wurden entwickelt, und in Zukunft wird der weiteren medialen
Expansion, vor allem auch im Internet, immer größere Bedeutung
zukommen.
Im Jahr 2007 sind wir mit all dem wieder ein großes Stück
vorangekommen. Und der folgende Bericht möchte einen Überblick über
unsere vielfältigen erfolgreichen Aktivitäten geben.
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»Das
Ethos des Politikers«: 7. Weltethos-Rede mit Helmut Schmidt
Mit einem beeindruckenden und überzeugenden Plädoyer für
eine ethisch fundierte Politik hielt der frühere deutsche Bundeskanzler
Helmut Schmidt am 8. Mai die 7. Weltethos-Rede zum Thema »Das
Ethos des Politikers«. Der 88-jährige Staatsmann verkörpert
beispielhaft die Eigenschaften, die für die Stiftung Weltethos bei
der Wahl der Weltethos-Redner im Mittelpunkt stehen: internationale Statur,
Fachkompetenz und moralische Integrität. Wie schon in den Jahren
zuvor erfreute sich die gemeinsam mit der Universität Tübingen
veranstaltete Rede großer Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit
und in den Medien; eine Aufzeichnung davon wurde mehrfach vom Fernsehsender
Phoenix ausgestrahlt. Die Rede Helmut Schmidts ist auf der Webseite der
Stiftung Weltethos (www.weltethos.org) auf Deutsch und Englisch zu finden
und kann als DVD im Internet-Shop der Stiftung erworben werden. |
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Stiftung
Weltethos als Gastgeberin für fünf ehemalige Regierungschefs
In den Tagen vor seiner Weltethos-Rede nahm Helmut Schmidt gemeinsam
mit den ehemaligen Regierungschefs Carlsson (Schweden), Fraser (Australien),
Majali (Jordanien) und Vranitzky (Österreich) in Tübingen
an der Tagung einer hochrangigen Expertengruppe
des InterAction Council (IAC) teil. Die Gruppe aus
buddhistischen, christlichen, jüdischen,
konfuzianischen und muslimischen Religionsgelehrten traf sich vom 6.–8.5.
auf Einladung der Stiftung Weltethos zum Thema »Weltreligionen
als Faktor der Weltpolitik«. Seitens der Stiftung fungierten
als Experten Prof. Küng (Christentum), Prof. Kuschel (Christentum)
und Dr. Schlensog (Hinduismus). Der InterAction Council ist eine Arbeitsgemeinschaft
ehemaliger Staats- und Regierungschefs; Hans Küng gehört
ihm als assoziiertes Mitglied an. Er nahm auch an der Jahresvollversammlung
des IAC in Wien (21.–23.5.) teil.
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Hans Küng im Vorstand des »Global
Humanitarian Forum«
Der
Präsident der Stiftung Weltethos wurde vom ehemaligen UN-Generalsekretär
Kofi Annan in den Vorstand (Board) des von ihm gegründeten »Global
Humanitarian Forum« berufen und nahm an der Gründungssitzung
am 17.10. in Genf teil.
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Weltethos
international Ausbreitung nach Südamerika
Mit viel Energie und
höchster Effizienz haben Partner der Stiftung Weltethos in Brasilien,
Kolumbien und Mexiko Vortragsreisen von Prof. Küng in diese Länder
organisiert und Weltethos-Stiftungen gegründet (Kolumbien und
Mexiko) oder vorbereitet (Brasilien). Die Weltethos-Idee stößt
in all diesen Ländern auf großes Interesse in Wirtschaft,
Politik, in akademischen Kreisen und bei Vertretern aus unterschiedlichsten
anderen Bereichen der Gesellschaft. Zu den Vorträgen kamen meist
mehr als 1000 Zuhörer.
• Brasilien: Vermittelt durch das große
Engagement von Prof. Paulo Soethe, Curitiba, konnte Prof. Küng
auf seiner Reise (19. – 28.10.) in verschiedenen Städten
und staatlichen wie religiösen
Institutionen Vorträge halten, darunter auch für Abgeordnete
des Parlaments in Brasilia. Von der Bundesuniversität Juiz de
Fora wurde ihm ein Ehrendoktorat verliehen.
• Kolumbien: Hier wurde durch den Einsatz des
Rechtsanwalts und Projekt- Promotors Carlos Paz eine Weltethos-Stiftung
gegründet.
Auf seiner Reise (17. – 24.3.) hielt Prof. Küng eine Reihe
von Vorträgen in spanischer Sprache an zwei Universitäten
in Bogotà (übertragen in andere Universitäten des
Landes), begleitet 3 von wissenschaftlichen Kolloquien. Carlos Paz
bemüht
sich inzwischen, auch in Chile die Weltethos-Idee bekanntzumachen.
• Mexiko: Bereits 2006 hatte das Unternehmer-
und Philanthropen-Ehepaar Gerardo und Maria Martinez Cristerna eine
Stiftung Weltethos formell gegründet. Bei einer Vortragsreise
(24. – 30.3.) konnte Prof. Küng, begleitet von Dr. Stephan
Schlensog, weitere Impulse für die Aktivitäten geben.
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Ausbreitung nach Mittel-Osteuropa
• Ungarn: Auf Initiative und dank
des Engagements von Gábor Glückmann, einem in Tübingen
lebenden Ungarn, konnte in Budapest eine ungarische
Stiftung Weltethos gegründet werden. Mit einem christlich-islamischen Kongress in
Budapest trat sie im November erstmals an die Öffentlichkeit.
Die Stiftung verfügt bereits über eine eigene Homepage (www.vilagetosz.hu);
außerdem liegt die Broschüre »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos« nun
auch auf Ungarisch vor.
• Kroatien: Unter der Leitung des Wirtschaftsfachmanns Dipl.
oec. Josip Baotic wird die Gründung einer Weltethos-Stiftung vorbereitet.
Prof. Küng hielt auf dem von Josip Baotic organisierten XI. Kroatischen
Forum in Zagreb zwei Vorträge (8.11.) im Zusammenhang mit der
kroatischen Übersetzung seines Buches »Weltethos für
Weltpolitik und Weltwirtschaft« und hatte eine Unterredung bei
Staatspräsident Stepan Mesic. In Split wurde er mit dem Preis
der Kroatischen Akademischen Gesellschaft »Herausragende Persönlichkeit
des Dialogs 2006« ausgezeichnet (9.11.) und zum Ehrenmitglied
dieser Gesellschaft ernannt.
• Bosnien und Herzegovina: In Sarajevo befassen
sich junge christliche und muslimische Theologen unter der Leitung
von Alen Kristic mit der Weltethos- Thematik. Mehrere Grundlagentexte
zum Weltethos wurden bereits in die Landessprache übersetzt. Bei
einer interreligiösen
akademischen Tagung (31.5. – 3.6.) hielt Dr. Martin Bauschke, Vertreter
der Stiftung Weltethos in Berlin, drei Vorträge. Es bestehen Pläne
für die Gründung eines Weltethos-Vereins. |
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Dialog
zwischen Juden, Christen und Muslimen; Kontakte im Nahen Osten
In einer
Zeit wachsenden Misstrauens gegenüber Muslimen und einer anhaltend
explosiven Lage im Nahen Osten liegt die Förderung des Dialogs
zwischen Juden, Christen und Muslimen und die Erinnerung an ihre Gemeinsamkeiten
auf ethischer Ebene der Stiftung Weltethos besonders am Herzen.
Als wertvolle neue Grundlage für diesen Dialog erschien im Herbst
das umfassende Werk von Prof. Karl-Josef Kuschel, Vizepräsident
der Stiftung Weltethos: »Juden, Christen, Muslime. Herkunft und
Zukunft« (Patmos, Düsseldorf). Der Autor legt darin einen
neuartigen Ansatz theologischen Denkens in Vernetzung der drei abrahamischen
Religionen vor und liefert damit ein Standardwerk für den Dialog
der drei Religionen.
Im Dezember fand eine religionspolitisch bedeutsame Vortragsreise
von Prof. Küng nach Kairo und Damaskus statt (30.11. – 6.12.).
Besonders wichtig für die 4 Verbreitung der Weltethos-Idee im
arabischen Raum waren ein Vortrag und ein hochrangiges Kolloquium an
der American University in Kairo, die von einem Fernsehauftritt und
verschiedenen Interviews begleitet wurden. Anlass war das Erscheinen
eines Sammelbandes mit Aufsätzen Prof. Küngs auf Arabisch
beim Verlag Dar al-Shorouk, sowie einer speziellen englischen Nahost-Ausgabe
seines Buches »Islam« bei
der American University Press.
Auf Einladung des Goethe-Instituts in Damaskus und des syrischen Verlags
Dar al-Fikr sprach Prof. Küng in Damaskus vor Religionsvertretern,
Studierenden und allgemeinem Publikum; verbunden damit war ein Dialog
mit dem bedeutenden syrischen Religionsgelehrten Dr. Said Ramadan Al-Buti.
In der Großen Moschee des Sultanats Oman hielt Prof. Küng
erneut einen Vortrag (30.12.).
Angeregt durch ein öffentliches Plädoyer von Karim Aga
Khan IV., dem religiösen Oberhaupt der ismaelitischen
Muslime, für
die Notwendigkeit gemeinsamer kulturübergreifender ethischer Standards,
konnte im Frühjahr Kontakt zur renommierten weltweit tätigen
Aga Khan Stiftung aufgenommen werden. Bei einem Vorgespräch
von Prof. Küng und Dr. Schlensog am Sitz der Stiftung in Gouvieux/Frankreich
wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich
Schule und Erziehung ausgelotet, vor allem im Zusammenhang mit der
entstehenden Internet-Lernplattform der Stiftung Weltethos »A
Global Ethic Now!«. Diese wird Dr. Schlensog nach Fertigstellung
Fachleuten der Aga Khan Stiftung im Detail vorstellen, in der Hoffnung
auf Unterstützung für Übersetzungen in weitere Sprachen.
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Weitere
internationale Aktivitäten
Prof. Küng reiste zu Vorträgen
auch nach Istanbul (auf Einladung der Stadtregierung), nach Montréal
und Ottawa, sowie schließlich nach Yosemite/Kalifornien (zu einer
Tagung der Templeton Foundation über Hirnforschung). Auch sprach
er in verschiedenen Städten der Schweiz.
Prof. Karl-Josef Kuschel, Vizepräsident der Stiftung, wurde zum
stellvertretenden Vorsitzenden des Deutsch-Ostasiatischen Wissenschaftsforums
der Universität Tübingen gewählt. Dieses Forum organisiert
zusammen mit den Hochschulen in Stuttgart und Hohenheim wissenschaftliche
Kooperation mit Partnern in China, Korea und Japan. Prof. Kuschel hielt
den Eröffnungsvortrag des Deutsch-Japanischen Symposions an der
Universität Tübingen, verschiedene andere Vorträge in
Deutschland, sowie eine Gastvorlesung an der Universität Salzburg
zur Eröffnung der »Bachl Lectures«.
Dr. Stephan Schlensog führte am Ethikzentrum der Santa Clara
University/ Kalifornien Gespräche über Perspektiven für
die zukünftige Zusammenarbeit und begleitete zuvor Prof. Küng
auf dessen Reise nach Mexiko. Auch in diesem Jahr hielt er eine große
Zahl von Vorträgen vor allem in Deutschland, auch in der Schweiz,
arbeitete – neben der Fülle seiner organisatorischen und
administrativen 5 Aufgaben als Generalsekretär der Stiftung – mit
großem Einsatz am Internetprojekt »A Global Ethic Now!« und
vollendete die Materialienmappe »Weltethos in der Schule« (s.u.).
Dr. Günther Gebhardt war neben verschiedenen Vorträgen in
Deutschland vor allem in der Verbreitung der Weltethos-Idee in Frankreich
aktiv. In Verbindung mit der französischen Version der Wanderausstellung »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos« hielt
er Vorträge in Aix-en-Provence, Mulhouse und Strasbourg. Er ist
auch weiterhin als persönlicher Referent von Prof. Küng tätig.
Dr. Martin Bauschke, Vertreter der Stiftung in Berlin und den neuen
Bundesländern, engagierte sich in interreligiösen Dialoginitiativen,
hielt verschiedene Vorträge in Deutschland, intensivierte den
Kontakt zu Schulen in Berlin und begann Kontakte in Sarajevo in Hinblick
auf weitere Weltethos-Aktivitäten dort. |
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Weltethos
und Wirtschaft
Eine globalisierte Wirtschaft braucht eine globale ethische
Rahmenordnung, wenn sie sich zum Wohle aller entwickeln soll: Diese Überzeugung
leitet seit jeher die Zusammenarbeit der Stiftung Weltethos mit Unternehmen
und mit Führungspersonen aus der Wirtschaft. Unter Federführung
des Wirtschaftsethikers Prof. Josef Wieland (Konstanz) arbeitet ein
kleiner Kreis aus Wirtschaftsfachleuten und Mitarbeitern der Stiftung
an einer »Erklärung zu einem globalen Wirtschaftsethos«,
die eine Grundlage bieten soll für zukünftige Kooperationen
mit Wirtschaftsunternehmen zur Förderung von interkultureller
und ethischer Kompetenz von Entscheidungsträgern und Mitarbeitern.
Die Intensivierung des Engagements im wirtschaftlichen Bereich wird
besonders von der Karl Schlecht Stiftung gefördert.
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Weltethos
in Bildungsarbeit und Schule
Hauptaufgabe der Stiftung Weltethos ist
von Anfang an – neben Grundlagenforschung und interreligiösen
Begegnungen – die Bildungsarbeit, vor allem für das allgemeine
Publikum und für den schulischen Bereich. Die Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen sind regelmäßig bei Vorträgen und
Lehrkräftefortbildungen tätig. Im Laufe der Jahre wurde gemeinsam
mit Schulpraktikern eine Vielzahl verschiedener pädagogischer
Materialien entwickelt.
Eine umfangreiche Sammlung von Unterrichtsmaterialien auf der Höhe
des bisher Erarbeiteten bietet der im Herbst 2007 von Dr. Schlensog
und Gesamtschullehrer Walter Lange herausgegebene Materialienordner »Weltethos
in der Schule«.
Auf 390 Seiten versammelt er von Lehrkräften verfasste und im
Unterricht erprobte Texte, Arbeitsblätter und Unterrichtsmodelle
zu verschiedenen Aspekten des Weltethos und zur Arbeit mit den von
der Stiftung entwickelten Medien. Die Materialienmappe ist über
den Internet-Shop der Stiftung zu beziehen.
In Berlin hat der dortige Vertreter der Stiftung Weltethos, Dr. Martin
Bauschke, eine Schulinitiative begonnen, in deren Rahmen an ausgewählten
Schulen 6 verstärkt Veranstaltungen und Unterrichtsprojekte zum
Weltethos durchgeführt werden sollen. |
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Öffentlichkeitsarbeit
und Medien
Um die Programmatik und die vielfältigen Aktivitäten
der Stiftung in der Öffentlichkeit noch breiter bekanntzumachen,
wurde im Dezember eine neue farbige Stiftungsbroschüre in handlichem
Format auf Deutsch und Englisch veröffentlicht. Sie kann bei der
Stiftung bezogen werden.
Die Internetpräsenz der Stiftung (www.weltethos.org) wird aktualisiert
und erweitert: vor allem auf Deutsch, immer mehr auch auf Französisch,
und neuerdings wurde auch eine Neugestaltung der englischen Webseite in
Angriff genommen.
Der »Internet-Shop«, über den ein umfangreiches Angebot
an didaktischen Materialien, Medien und Büchern bequem bestellt
werden kann, wird immer mehr genutzt, nicht nur von Privatpersonen,
sondern vor allem auch von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.
Die Buchabteilung des Shops bietet sämtliche in der Stiftung publizierte
Literatur; ihr Versand ist portofrei!
Das interaktive Internet-Lernprogramm »A
Global Ethic Now!«, an dem Dr. Schlensog und Julia Willke M.A.
arbeiten, hat große Fortschritte gemacht und soll ab Sommer 2008
allgemein in Englisch und Deutsch benutzbar sein.
Besondere Verdienste um die graphische Gestaltung und technische Optimierung
der Internet-Präsenz der Stiftung hat schon seit vielen Jahren
das Medienstudio Christoph Lang (Rottenburg).
Prof. Küng und andere Mitarbeiter der Stiftung waren immer wieder
für Beiträge in Medien angefragt. Von besonderer Wirkung
waren vier Sendungen des Programms »Sternstunde Religion« im
Schweizer Fernsehen SF DRS und 3SAT, in denen Prof. Küng mit jeweils
einer Persönlichkeit ein einstündiges Gespräch über
Weltethos führte: Bischöfin Dr. Margot Kässmann (Hannover),
ehemaliger UNGeneralsekretär Kofi Annan, NOVARTIS-Chef Daniel
Vasella und ehemaliger Schweizerischer Bundesrat (Minister) Adolf Ogi. |
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Ausstellung »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos«
Die
Ausstellungsbroschüre liegt nun auf Deutsch, Englisch, Französisch,
Italienisch, Spanisch, Ungarisch, Chinesisch und Bahasa Malaysia vor.
Die Wanderausstellung wurde in diesem Jahr nicht nur in verschiedenen
europäischen Ländern, sondern auch in Kolumbien, Mexiko und
Brasilien gezeigt.
• In Deutschland wurde sie dieses Jahr gezeigt in: Castrop-Rauxel,
Datteln, Taucha, Köln (Evang. Kirchentag), Baiersbronn, Essen,
Emmelshausen, Leverkusen, Bretten und Schleswig; eine deutschsprachige
Version wurde in Bozen gezeigt. Die kleinere Posterversion ist in großer
Zahl vor allem an Schulen verbreitet.
• In der Schweiz war die Ausstellung zu sehen
in Dietlikon ZH, Lausanne und Burier (La Tour-de-Peilz VD).
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In Frankreich:
Aix-en-Provence, Mulhouse und Strasbourg.
• In Grossbritannien, koordiniert von Rev. Alan Race (Leicester):
Sheffield und Oxford. |
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Weltethos-Stiftungen
in verschiedenen Ländern
Die Stiftung Weltethos Schweiz, deren
Präsident ebenfalls Prof. Küng ist, steht in ständigem
Kontakt mit der Stiftung in Tübingen und unterstützt immer
wieder Aktivitäten im internationalen Bereich. Als besonders wertvoll
erwies sich die vom Kuratorium der Stiftung Schweiz, vor allem von
Vizepräsident Heinz Müller, angeregte Strategiediskussion über
die mittel- und langfristigen Perspektiven der Stiftungsarbeit.
Erneut bestätigte sich, dass alle Planungen von den finanziellen
Voraussetzungen abhängig sind und dass die Stiftungsarbeit nur
durch eine Verbreiterung der finanziellen Basis gesichert werden kann.
Ein Ergebnis verschiedener Konsultationen, zu denen auch externe Fachleute
hinzugezogen wurden, war die Berufung von Dr. Diana Segantini als internationale
Delegierte mit Schwerpunkt Fundraising.
Die Aktivitäten der Stiftung Schweiz lagen auch 2007 im französischen
Sprachraum. Der Schulwettbewerb zum Weltethos »Main dans la main« (www.mdlm.ch)
war ein großer Erfolg. Dies zeigte sich am 23.5. bei der Preisverleihung
in Lausanne, als neun von 32 eingereichten, allesamt höchst kreativen
Projekten mit Geldpreisen ausgezeichnet wurden. Insgesamt waren über
1000 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und unterschiedlicher
Schultypen an dem Wettbewerb beteiligt. Es bestehen Überlegungen,
2008/09 einen zweiten Schulwettbewerb zu organisieren. Nach der Übersiedlung
von Geschäftsführer Guido Baumann nach Thailand im August
hat das Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn bei Zug (Leitung Dr. Christian
Rutishauser) die Aufgabe einer Geschäftsstelle der Stiftung Weltethos
Schweiz übernommen.
Die Initiative Weltethos Österreich (www.weltethos.at)
hat – nach
den erfolgreichen Ringvorlesungen an der Universität Wien 2005
und 2006 – abermals eine Ringvorlesung, diesmal zu »Ethik
und Technik« an der Technischen Universität Wien, vom 8.10.2007
bis 28.1.2008 initiiert und mitorganisiert. Unter den 14 Referenten
sind der Präsident der Initiative Weltethos, Prof. Anton Pelinka,
Generalsekretärin Mag. Edith Riether sowie sechs weitere Mitglieder
der Initiative. Der Berichtsband der 1. Ringvorlesung (2005/06) »Weltethos – Weltfrieden – Weltreligionen« konnte
dieses Jahr erscheinen, herausgegeben von Prof. Erwin Bader. Verschiedene
Mitglieder der Initiative hielten im Laufe des Jahres Vorträge
zum Weltethos, vor allem an pädagogischen Einrichtungen. Durch
das Engagement des Vorstandsmitglieds Mag. Dr. Michael Weiss wurde
die Webseite der Initiative neu und lebendig gestaltet. Sie zeigt nun
auch einen 10-minütigen Projektfilm über die Initiative Weltethos Österreich,
der vom Unterrichtsministerium finanziert wurde. Er soll auch als DVD
zur Verfügung gestellt werden.
Das von der Initiative Weltethos unabhängige »Innsbrucker
Forum zur wissenschaftlichen Förderung des Projekts Weltethos« unter
Leitung von Prof. Helmut Reinalter veranstaltete am 20.10. ein Symposion
in Wien über »Die Idee Weltethos aus naturwissenschaftlicher
Perspektive«. Der Sammelband eines früheren Symposions gemeinsam
mit der Stiftung Weltethos Tübingen, »Ethik im Zeitalter
der Globalisierung«, wurde dieses Jahr in Wien veröffentlicht.
Außerdem organisierte das Forum die Ausstellung »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos« an
der Europäischen Akademie in Bozen/Südtirol (12. – 24.11.).
Auch in der Stiftung Weltethos Tschechien wurde unter Leitung von
Dr. Karel Floss weiter an der Verbreitung der Weltethos-Idee gearbeitet.
Ende des Jahres erschien die von Dr. Floss initiierte tschechische Übersetzung
von Hans Küngs Buch »Credo« (Vysehrad, Prag).
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Ehrungen
Am 18.5. wurde Prof. Küng in Köln der Kulturpreis der
Deutschen Freimaurer verliehen. Am 26.10. erhielt er an der Bundesuniversität
Juiz de Fora/Brasilien ein Ehrendoktorat. Am 9.11. wurde er in Split
mit dem Preis der Kroatischen Akademischen Gesellschaft »Herausragende
Persönlichkeit des Dialogs 2006« ausgezeichnet. |
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Neue
Publikationen und Übersetzungen
• Hans Küng, Umstrittene Wahrheit.
Erinnerungen (Piper, München);
• Karl-Josef Kuschel, Juden, Christen,
Muslime. Herkunft und Zukunft (Patmos, Düsseldorf);
•
Die Trilogie
von Hans Küng, Judentum, Christentum und Islam ist in einer preisgünstigen
gebundenen Sonderausgabe beim Verlag Piper, München erschienen;
•
Hans Küng, Der Islam erschien auf Englisch (Oneworld, Oxford,
und spezielle Nahost-Ausgabe American University Press, Kairo);
•
Hans
Küng, Der Anfang aller Dinge. Naturwissenschaft
und Religion erschien
auf Englisch (Eerdmans, Grand Rapids/USA), Portugiesisch (Editora Vozes,
Petropolis/Brasilien), Russisch (BBI St. Andreas, Moskau) und Spanisch
(Trotta, Madrid);
• Hans Küng, Spurensuche. Die Weltreligionen
auf dem Weg wurde auf Chinesisch veröffentlicht (SDX, Peking);
•
Hans
Küng, Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft erschien
in zwei Bänden auf Kroatisch (INTERCON, Zagreb);
• Hans Küng,
Credo wurde auf Tschechisch veröffentlicht (Vysehrad, Prag);
•
Stephan
Schlensog (Hrsg.), Denkanstöße zum Glauben (Piper,
München);
• Stephan Schlensog – Walter Lange (Hrsg.), Weltethos
in der Schule. Unterrichtsmaterialien (Selbstverlag Stiftung Weltethos);
• Markus Weingardt, Religion Macht Frieden.
Das Friedenspotential von Religionen in politischen Gewaltkonflikten (Kohlhammer, Stuttgart);
• Martin Bauschke, Jesus im Koran. Ein
Schlüssel zum Dialog
zwischen Christen und Muslimen (neue Sonderausgabe, Hohe-Verlag, Erftstadt);
• Die Erklärung
zum Weltethos liegt nun auch auf Katalanisch und Türkisch vor
und kann in 15 Sprachen von der Webseite der Stiftung Weltethos (www.weltethos.org)
als pdf-Dokument heruntergeladen werden;
• Die Broschüre Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos
wurde in ungarischer Ausgabe veröffentlicht
Auch 2007 waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung wieder
angefragt für Beiträge zur Weltethos-Thematik in den unterschiedlichsten
Zeitschriften, Sammelbänden und anderen Publikationen.
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Unser
Team in Tübingen
All die vielfältigen Aktivitäten der
Stiftung Weltethos waren auch im Jahr 2007 nur zu leisten durch den
großen Einsatz des gesamten Teams. Die langjährige Chefsekretärin
Inge Baumann ging im Frühjahr in den Ruhestand; ihre Nachfolgerin
Ute Wanner hat sich in kurzer Zeit hervorragend in die vielfältigen
Aufgaben des Stiftungssekretariats eingearbeitet. Stiftungsassistentin
Anette Stuber-Rousselle M.A. widmet sich in erster Linie der Arbeit
an den vielen Vortrags- und Buchmanuskripten und betreut die mehrsprachige
Bibliographie. Julia Willke M.A. arbeitet hauptsächlich am Internet-Lernprogramm
und unterstützt Dr. Schlensog bei seinen vielfältigen Aufgaben.
Dr. Markus Weingardt ist weiterhin für die Buchhaltung zuständig.
Wertvolle praktische Arbeit leisteten auch die studentischen Hilfskräfte
Ulf Günnewig (bis Sommer 2007), Stephan
Klinkenberg und Ivan Lacic (seit Herbst 2007), sowie die Gymnasiastin Katja
Flatters. Das Medienstudio
Lang ist nicht nur mit der Betreuung des Internets und anderen graphischen
Arbeiten betraut, sondern Herr und Frau Lang sind zudem verantwortlich
für Ausstellungslogistik, Betreuung des Materialienlagers und
für den Versand der in diesem Jahr über 1000 Bestellungen
im Internet-Shop.
Die Stiftung Weltethos dankt ihren Kuratorien in Deutschland und der
Schweiz für das Mittragen der Arbeit und viele wertvolle Anregungen.
Sie dankt auch allen Freunden und Förderern für ihre Unterstützung,
die für die Stiftungstätigkeit unverzichtbar ist. Regelmäßig
unterstützen die Stiftung seit Jahren mit erheblichen Mitteln
Prof. h.c. Reinhold Würth und Prof. h.c. Karl
Schlecht. Doch jeder
noch so kleine Beitrag bedeutet für unsere Stiftung eine große
Hilfe. |
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Tübingen, im Januar 2008
Dr. Günther Gebhardt
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